Handball
Gefühlt gewonnen, gefühlt verloren: HBD gegen Red Boys erneut unentschieden
Status quo im Titelrenne: Am Samstag trafen der HBD und die Red Boys im vollbesetzten Düdelinger „Centre Hartmann“ zum dritten Mal in der laufenden Meisterschaft aufeinander und auch das dritte Duell endete mit einem Unentschieden. Für viele Diskussionen sorgte eine spielentscheidende Szene in den Schlusssekunden.
Die Red Boys um Lucas Meyffret haben an der Tabellenspitze weiter drei Punkte Vorsprung Foto: Editpress/Fernand Konnen
Die Partie zwischen dem Tabellenzweiten HBD und Spitzenreiter Red Boys war am Samstag hochunterhaltsam, nach dem Abpfiff wurde jedoch nur über die letzten Sekunden der Begegnung diskutiert und gefachsimpelt. Was war geschehen?
Beim Stand von 30:30 waren die Gastgeber in Ballbesitz und nach genau 59‘44‘‘ nahm HBD-Trainer Dusko Bilanovic eine Auszeit. Den Düdelingern blieben demnach 16 Sekunden, um das Siegtor zu erzielen. Die Spannung, aber auch die Nervosität waren auf dem Höhepunkt. Nach Wiederanpfiff leistete sich der HBD dann einen Ballverlust, als Ojié Etute mit einem Schuss aus dem Rückraum an Red-Boys-Torhüter Felici scheiterte. Doch gleich anschließend konnten sie das Leder, nach einem Fehlpass von Felici, der schnell nach vorne spielen wollte, zurückerobern – Zekan markierte das 31:30.
Zum Entsetzen der Hausherren wurde dieser Treffer aber vom offiziellen Delegierten Claude Weinzierl annulliert. Die Hallenuhr stand auf 59‘53‘‘ und zu diesem Zeitpunkt hatte Red-Boys-Coach Marc Breser den Buzzer gedrückt, um seinerseits ein Time-out zu nehmen. Das Ertönen des Buzzers war bei der Lautstärke in der Halle nicht auf der Zuschauertribüne und möglicherweise auch nicht auf dem Spielfeld zu hören.
Dabei ging es bei der strittigen Entscheidung des Delegierten vornehmlich darum, ob die Düdelinger den Ball bereits beim Ertönen des Buzzers kontrollierten oder ob sich dieser nach dem Fehlpass von Felici noch im Flug befand – und damit faktisch noch im Besitz der Red Boys. Die Situation war mehr als konfus, sorgte im Nachhinein für viel Gesprächsstoff und wurde von beiden Seiten unterschiedlich interpretiert.
„Auf den letzten Drücker einen Punkt gerettet“
Nach emotionalen 60 Minuten gab es zwischen den zwei Titelkandidaten also erneut keinen Sieger – dabei hatten die Düdelinger über weite Strecken der Partie die besseren Siegchancen. In der 49. Minute führten Herrmann, Etute, Zekan und Co. mit 26:22, die Red Boys stemmten sich aber erfolgreich gegen die drohende Niederlage. Neben Torwart Jarrar hatten vor allem die zwei Rückraumwerfer Jean Louis und Meyffret einen sehr guten Tag erwischt.
Nach Spielende waren die Reaktionen der beiden Trainer verständlicherweise sehr unterschiedlich. „Für uns ist dieses Unentschieden ein sehr gutes Ergebnis. Es waren emotionale Schlusssekunden, ein Verlierer hatte diese Partie nicht verdient. Wir haben in den kritischen Phasen stets die Übersicht behalten und auf den letzten Drücker einen Punkt gerettet“, sagte der zufriedene Red-Boys-Coach Marc Breser.
Das Siegtor von Aldin Zekan wurde aberkannt Foto: Editpress/Fernand Konnen
Weniger begeistert klang die Analyse des Düdelinger Übungsleiters Dusko Bilanovic. „Leider hat es nicht zum Sieg gereicht. Die letzten Sekunden verliefen aus unserer Sicht mehr als unglücklich. Insgesamt war es aber ein flottes und gutes Handballspiel. Leider haben wir es versäumt, den Deckel vorzeitig drauf zu machen, vor allem in Überzahl agierten wir nicht gut“, so Bilanovic. „In der Schlussphase haben die Red-Boys-Anhänger ihre Mannschaft nach vorne gepusht und hatten großen Anteil an der Punkteteilung. Dieses Unentschieden fühlt sich an wie eine Niederlage; wir benötigen nun fremde Hilfe, um den Meistertitel noch zu gewinnen.“
Die Differdinger behalten in der Tabelle durch die erneute Punkteteilung weiterhin drei Zähler Vorsprung auf ihren hartnäckigsten Konkurrenten, die Berchemer ihrerseits sind nach einer überraschenden 26:27-Niederlage am Samstag in Esch definitiv raus aus dem Meisterschaftsrennen.
Statistik
HBD: Herrmann (1-60‘, 12P), M. Lallemang – Labonté 2, F. Hippert 2, Steichen, Ilic 2, Zekan 10/4, Y. Lallemang, Schlesser, Goergen, I. Etute 8, O. Etute 4, Neuberg, Rebimbas, Steffen, Y. Hippert 2
Red Boys: Jarrar (1-51‘, 11 P.), Felici (51-60‘, 3 P.), Garcia – Nanque 2, Tako 3, Goedert 3, Picco, Meyffret 7, Ballet 2, Bouret, Togno 2, Jean Louis 7, Rac 1, Guerreiro 1, Leleux, Ouzrour 2
Schiedsrichter: Bierchen/Lentz
Siebenmeter: HBD 4/4 – Red Boys 0/0
Zeitstrafen: HBD 2 – Red Boys 5
Zwischenstände: 5‘ 3:2, 10‘ 7:5, 15‘ 9:8, 20‘ 12:11, 25‘ 14:13, 30‘ 16:15, 35‘ 17:17, 40‘ 20:18, 45‘ 22:22, 50‘ 27:23, 55‘ 28:26
Zuschauer: 500 (offizielle Angabe)
Mauruschatt ersetzt Schuster
Erfolgreicher Spieltag für Dan Mauruschatt: Am Samstag führte der Trainer erst die Käerjenger Damen-Mannschaft zu einem 25:20-Sieg im ersten Halbfinalspiel gegen Museldall, nicht einmal eine Stunde nach dem Ende der Partie nahm er dann auf der Trainerbank der Käerjenger Herren Platz. Zwei Tage nachdem der Klub die Trennung von Ben Schuster verkündet hatte, führte Mauruschatt die Mannschaft zu einem knappen 34:33-Sieg gegen den Standard. Gegenüber dem Tageblatt bestätigte der 32-Jährige, dass er neben den Damen bis zum Saisonende auch das Herrenteam übernehmen wird, sollte in den kommenden Tagen kein neuer Trainer gefunden werden. (jw)