Fußball
Gefälliges Spitzenspiel im Stade Nosbaum bleibt ohne Tore
In einem gefälligen Spitzenspiel fehlte im Stade Nosbaum das Salz in der Suppe, die Tore. Die Differdinger waren näher am Sieg dran, der F91 setzte auf Konter und konnte in Unterzahl seinen Kasten verteidigen.
Die D03-Abwehr um Kevin d‘Anzico (l.) hielt die Null Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Es war eines jener Schlüsselspiele. Es standen sich der Tabellenzweite und -erste gegenüber. Bei einem Differdinger Sieg hätte der Titelverteidiger im besten Fall die gesamte Konkurrenz auf acht Punkte distanzieren und sich zunächst zurücklehnen können. Bei einem Düdelinger Erfolg wäre der Kampf um die Krone neu entfacht worden, mit eventuell drei Vereinen in Schlagweite, und die Meisterschaft hätte an Spannung gewonnen. Für den Meister sprach, dass der F91 keines der letzten fünf Aufeinandertreffen gewinnen konnte, für Düdelingen sprach, dass der F91 unter dem neuen Trainer alle drei Begegnungen gewonnen hatte.
Die Gäste, die ebenfalls mit einem neuen Coach antraten, nahmen in der Aufstellung nur eine Änderung vor, der zuvor gesperrte D’Anzico übernahm den Platz des verletzten Rauch. Beim F91 rückte Delorge ebenfalls wieder in die Anfangsformation und ersetzte den verletzten Tallarico, derweil Rotundo den Vorzug vor Gomes erhielt.
Ab 16.00 Uhr war alle Theorie vergessen. Die Zuschauer sahen in diesem Südderby einen offenen Schlagabtausch. Die Handschrift der beiden neuen Trainer drückte sich mit Offensivgeist aus, der strukturiert vorgetragen wurde. In der 5. Minute erlebte die Partie einen ersten Höhepunkt, als Franzoni aus über 45 Metern von rechts mutig abzog und den weit vor seinem Kasten stehenden Latik fast überraschte, nur die Latte rettete den F91-Keeper. Mit zunehmender Spieldauer übernahmen die Differdinger die Herrschaft in einem gefälligen Spiel. Strafraumszenen gab es hingegen wenige und sie waren auf beiden Seiten nicht zwingend. Damit blieb es zur Pause beim Lattentreffer von Franzoni.
Auch nach dem Pausentee blieb der Titelverteidiger die angriffslustigere Elf, aber weiterhin behielten beide Abwehrreihen die Oberhand. In der 64. sollte sich dies mit einer Doppelchance schlagartig ändern. Zunächst verhinderte Latik mit einer Glanzparade gegen Hadji (Flanke Mfoumou) die Differdinger Führung, dann klärte im direkten Gegenzug Brusco für seinen geschlagenen Keeper gegen Azevedo auf der Linie. Damit war das Feuer auf beiden Seiten neu entfacht und das Leder tauchte häufiger in einer Box auf. In der Schlussphase drückten die Gäste in Überzahl noch einmal aufs Tempo, die Düdelinger schafften es aber mit viel Einsatz, ihr Tor zu verteidigen.
Statistik
F91: Latik – Pianelli, Gavioli, Kirch – Delorge, Englaro (59. Neamtiu), Morren, D. Monteiro, Stumpf – Azevedo (67. A. Gomes), Rotundo (67. Lima)
D03: Ventura – Franzoni, Brusco, Bedouret (86. Mendy), D’Anzico, Lempereur – Quintiliano – Mfoumou (88. Pacheco), Pinto (88. Reis), Abreu – Hadji (72. Buch)
Schiedsrichter: Müller – Kehonjic, Saracino
Gelbe Karten: Englaro, Stumpf – Bedouret, Brusco, Franzoni, Pinto, Quintiliano, Kakoko (Trainer)
Rote Karte: Neamtiu (78., grobes Foulspiel)
Beste Spieler: Azevedo, Latik – Franzoni, Mfoum
Zuschauer: 764 zahlende
Spieler des Spiels: Boris Mfoumou war sehr einsatzfreudig, versuchte, seine Mitspieler mit Tempo und Dribblings in Szene zu setzen.
Der Mutige: Geoffrey Franzoni sah in der Anfangsphase, dass der F91-Keeper weit vor seinem Kasten stand, und zog mutig aus gut 45 m Distanz ab. Der Ball landete nicht im Niemandsland, sondern an der Latte.
Die Glitschfaust: Zweimal hatte Eldin Latik bei einem Eckball seine Schwierigkeiten, als er zu fausten versuchte und zweimal verpasste.
Falsche Entscheidung: In der 59. wechselte der F91-Coach den gelb-rot-gefährdeten Ivan Englaro für Tudor Neamtiu aus, der 19 Minuten später die Rote Karte sah.
Trainerstimmen
Claudio Lombardelli (F91): „Das mit der Roten Karte ist natürlich dumm gelaufen. Der Platzverweis war komplett überflüssig. So wurde es für uns gegen eine starke Differdinger Mannschaft in den letzten zehn Minuten noch einmal richtig schwierig. Das Positive heute ist, dass wir keinen Gegentreffer hinnehmen mussten. Unser Ziel war es, von Anfang an kompakt zu stehen, aber nicht zu tief, um dann mit einem schnellen Umschaltspiel unsere Stürmer in Position zu bringen. Leider hat das nicht ganz geklappt, weil der letzte Pass nicht präzise genug war.“
Yannick Kakoko (D03): „Ich denke, wir wurden heute schlecht belohnt, wir haben ein sehr gutes Spiel gezeigt, aber leider haben wir die Tore nicht gemacht. Es ist nicht so, dass wir nicht ein paar gute Chancen auf dem Fuß hatten, bedauerlicherweise haben wir die Dinger nicht reingemacht. Es war aber insgesamt schwierig für uns gegen einen guten Gegner. Wir hätten gerne die drei Punkte geholt. Mit der Leistung bin ich heute sehr zufrieden, leider hat es an der Effizienz gemangelt.“