WM-QUALIFIKATION
Eine andere Liga: Die Erkenntnisse des ersten Doppelspieltags
Die Trauben in der Liga B hängen hoch für die FLF-Frauen. Das ist wenig überraschend – sondern genau diese Erfahrung, auf die sich das Team eingestellt hat. Die Bilanz des ersten Doppelvergleichs.
Charlotte Schmit (l.) und Co. wurden ständig von Schottland unter Druck gesetzt Foto: sportspress.lu/Roland Miny
Zwei Defensivschlachten
Innerhalb von 180 Minuten gab die Nummer 26 der FIFA-Weltrangliste 29 platzierte Schüsse auf das Tor ab. Zählt man die 19 Versuche dazu, die danebenflogen, sowie die fünf abgeblockten Angriffe, kommen laut UEFA-Statistiken 53 „Total attempts“ zusammen. Beachtliche Zahlen, die aufzeigen, mit welcher Wucht und aggressiven Gangart Schottland die „Roten Löwinnen“ dauerhaft in die Defensive drückte und hielt.
Herausragende Persönlichkeit der beiden Spiele war Caroline Weir. Die 30-jährige Kapitänin, die bei Real Madrid unter Vertrag steht, traf im Hinspiel dreimal. In Glasgow war sie mit vier Vorlagen am 7:0 beteiligt. Besonders bitter für die Luxemburgerinnen: Sie bekamen die ruhenden Bälle nicht in den Griff. Vier Gegentore kassierten Lucie Schlimé und Co. nach Ecken (für die Weir vor heimischem Publikum zuständig war) und eins nach Freistoß.
Personalsorgen
Es ist ein Thema, das in den nächsten Monaten wohl noch Sorgen bereiten könnte: wenn plötzlich viele gestandene Persönlichkeiten ausfallen. Ohne die Leistung der 16-jährigen Hannah Dietrich zu schmälern, die sich die Beine im ungleichen Duell – ohne Ball – stumpf lief, um Druck zu machen, fehlte mit der verletzten Amy Thompson Erfahrung in der Offensive. Fakt ist gleichzeitig auch: Sie hätte aufgrund des einseitigen Spielverlaufs gegen Schottland wohl nicht viel ausrichten können.
Kommen dann, wie in Glasgow, noch zwei unerwartete Ausfälle oder Auswechslungen hinzu (Anna Miny verletzte sich beim Abschlusstraining, Kimberly dos Santos wurde in der zweiten Hälfte des Rückspiels unter Trainer abtransportiert), merkt man, dass nicht unbedingt viele Optionen zur Verfügung stehen. Umso wichtiger wird es sein, die beiden Israel-Spiele in optimaler Verfassung und Besetzung angehen zu können.
Der Ausblick
Am 14. und 18. April entscheidet sich höchstwahrscheinlich in Budapest, wohin die internationale Reise nach der Kampagne weitergeht. Israel ist der Gegner, der nach zwei deutlichen Niederlagen gegen Belgien auf Augenhöhe eingeschätzt werden könnte – oder zumindest als Nation, gegen die gepunktet werden muss, um weiterhoffen zu dürfen. Beide Länderspiele finden auf neutralem Boden statt.
Aufgrund des komplizierten Modus ist allerdings selbst der Drittplatzierte nicht „gesichert“: Die beiden schlechtesten Dritten der Liga B steigen nämlich mit den Tabellenletzten in die Liga C ab.