Gegenpressing – Die EM-Kolumne

Die spinnen, die Gallier!

Im Gegensatz zu Paul Pogba hatte der Schweizer Granit Xhaka (r.) am Montag gut lachen

Im Gegensatz zu Paul Pogba hatte der Schweizer Granit Xhaka (r.) am Montag gut lachen Foto: Jean-Christophe Bott/dpa

Mein Blick richtet sich auf den Absturz der Franzosen gegen die Schweiz. Früher liebten die Franzosen ihre unglücklichen Helden, wie diejenigen von Sevilla 1982 oder des Endspiels 2006. Die Niederlagen machten die Halbgötter etwas menschlicher und trostbedürftiger und keine Nation auf der Welt konnte einer Niederlage mit so viel Selbstmitleid, Romantik und einem Schuss Fatalismus begegnen wie die Franzosen, was sich übrigens nicht nur auf den Fußball bezieht. Damit war Schluss letzten Montag, als sich die Halbgötter bei dem Comeback der Schweizer gegenseitig anfeindeten. Als Mbappé seinen Elfer verschoss, war Schluss mit lustig und die Stimmung wechselte auf „Aux larmes, citoyens“. Da wollten auch die Verwandten der Spieler oben auf der Tribüne nicht zurückstehen. Wie die Götter im Olymp hatten sie ihren Kindern beim Spiel auf der Erde zugesehen, nun war die Zeit gekommen, langgehegte Feindseligkeit untereinander loszuwerden und ein paar alte Fehden zu klären. Das erinnerte an die Asterix-Comics, wenn sich im Dorf alle prügeln wegen einer Kleinigkeit oder eines Missverständnisses, wenn der Schmied dem Barden einen Schlag mit dem Hammer verpasst, der Fischverkäufer den Kabeljau schwingt oder die Frau des Chefs unter den anderen Frauen aufräumt und sich die Römer freuen, für einmal nicht Zielpunkt der Angriffe zu sein.

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