Enovos League
Die Überraschung bleibt aus: Ettelbrück souverän ins Halbfinale
Trotz einer klaren Niederlage verlassen die Kordall Steelers die Play-offs erhobenen Hauptes, mit ihrer besten Saison im Oberhaus. Eine Halbzeit lang war der Underdog ein ebenbürtiger Gegner. Nach der Pause spielte Ettelbrück jedoch seine ganze Klasse aus und zieht verdientermaßen ins Halbfinale ein.
Philippe Gutenkauf und Ettelbrück haben den ersten Schritt Richtung Titelverteidigung gemeistert Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
„Unser Ziel ist es, das erste Viertel ausgeglichen zu gestalten, um Ettelbrück zum Zweifeln zu bringen“, so Kordalls Assistant Coach Jean Liberatore vor der Partie – wohlwissend, dass sein Team in zwei Spielen im Norden eine kumulierte 98-Punkte-Differenz kassiert hatte.
Die Etzella wollte genau das Gegenteil und suchte eine schnelle Entscheidung, um gar keine Spannung aufkommen zu lassen. Der amtierende Meister schlug dementsprechend von Beginn an ein hohes Tempo an und suchte den direkten Weg zum Korb. Die Anfangsphase gehörte denn auch ganz eindeutig dem Heimteam, das wie gewohnt aus der Distanz zum Erfolg kam. Delph und Henkel waren die Garanten für einen frühen Ettelbrücker Vorsprung (18:7).
Doch die Gäste hielten dagegen und gingen das angeschlagene Tempo mit. Im zweiten Viertel hatten die Steelers ihren Rhythmus gefunden und konnten den Ettelbrückern Paroli bieten. Ihr Rezept ging also doch auf: Pellegrino verkürzte mit einem Dreier sogar auf einen Punkt (26:25). Bis zur Halbzeitpause konnten die Gäste somit noch von einer möglichen Qualifikation träumen.
Stolz auf die Saison
Im dritten Viertel war dann aber endgültig Schluss mit lustig. Die Etzella zog davon und setzte sich mit ihrem gewohnten Dreierfestival ab. Besonders Thomas Henkel, mit einer hundertprozentigen Trefferquote – darunter fünf Distanzwürfe –, war einer der Garanten für eine 20-Punkte-Führung (60:40).
„Bis zur Pause war es ein enges Spiel, aber wir sind unserem Gameplan treu geblieben. Unsere Rotationen waren besser, wir haben besser gereboundet und kamen so auch offensiv ins Laufen“, so der treffsichere Etzella-Spieler. „Als Team treffen wir sehr gut aus der Distanz und finden oft den freien Mann. Da wir den Ball gut bewegen, müssen wir keine schwierigen Dreier nehmen“, erklärt Henkel die starke Trefferquote. „Wenn wir den Ball nicht gut laufen lassen, wie im Kordall, wird es schwer für uns. Mit Steinsel treffen wir jetzt auf einen bekannten Gegner, wie schon im letzten Jahr und im Pokalhalbfinale. Wir werden uns diese Woche gut auf dieses Team vorbereiten.“
Auch wenn die Gäste versuchten, sich zu wehren, war die Entscheidung um den vierten und letzten Platz im Halbfinale gefallen. Ettelbrück war nun in Fahrt, und es gab kein Halten mehr. Jetzt klappte alles wie am Schnürchen beim amtierenden Meister. Mit den Dreiern Nummer 12 und 13 von Delgado und Schomer wuchs der Vorsprung auf deutliche 40 Punkte an.
Dennoch gab es beim Abpfiff zufriedene Gesichter aufseiten der Gäste. So war das Grinsen bei Steelers-Coach Alex Pires nicht zu übersehen. „Ich bin nicht nur zufrieden, ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir haben die gesamte Saison gekämpft und waren lange Zeit weit von einem Play-off-Platz entfernt. Im März haben wir einen starken Lauf hingelegt, der es uns ermöglicht hat, im Viertelfinale zu stehen. Nach der klaren Niederlage im Hinspiel haben wir es geschafft, den haushohen Favoriten bei uns zu Hause zu schlagen. Ettelbrück ist der verdiente Gewinner dieses Duells, und ich wünsche dem Team alles Gute für den weiteren Verlauf. Wir haben heute eine gute erste Halbzeit gezeigt, aber es war leider zu wenig. Nach der Pause war der Unterschied zwischen beiden Teams zu groß.“
Statistik
„T “-Bestnote: Philippe Gutenkauf (Etzella Ettelbrück)
Viertel: 20:13, 19:19, 29:14, 31:13
Ettelbrück: P. Gutenkauf 27, Davis 18, Henkel 17, McDaniel 14, Delph 13, Schomer 6, Delgado 3, Schaaf 1, Zenners 0, F. Gutenkauf 0, Schneider 0, Lopes Morias 0
Kordall: Timko 15, Reynolds 14, Jonaitis 12, Kemmer 10, Pellegrino 3, Kuhlmann 3, De Brito 2, Zucca 0, Marchand 0, Borbon 0, Schmit 0
Schiedsrichter: Dotsenko/Lampe/Öztürk
Zuschauer: 327 zahlende