Handball
Die Hoffnung stirbt zuletzt: HBD nur noch mit rechnerischen Titelchancen
Die Vorgaben waren klar vor dem Verfolgerduell im Rennen um den Meistertitel. Der HBD musste den ganzen Einsatz holen, um vier Spieltage vor dem Saisonende mehr als bloß rechnerische Chancen auf den Titel am Leben zu halten. Am Ende einer durchwachsenen Partie standen die Düdelinger gegen Berchem aber mit leeren Händen da. Damit ist die Titelverteidigung der Red Boys geebnet.
Bob Mousel und Berchem haben dem HBD einen herben Dämpfer im Meisterkampf verpasst Foto: Editpress/Fernand Konnen
„Wir haben vor allem in den letzten zehn Minuten in Überzahl nicht schlau gespielt“, so HBD-Trainer Dusko Bilanovic nach der Niederlage. Düdelingen vergeigte nach einer zermürbenden Aufholjagd in den Schlussminuten einen Zwei-Tore-Vorsprung. Der HBD-Coach gab sich dennoch kämpferisch. „Noch sind acht Punkte zu vergeben“. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, doch die Ausgangslage ist bei noch vier verbleibenden Spieltagen nahezu aussichtslos. Die Red Boys erledigten am Samstag parallel ihre Pflichtaufgabe gegen Käerjeng souverän und führen die Tabelle nun mit fünf Punkten Vorsprung an. Bereits am kommenden Spieltag könnten sie die Titelverteidigung perfekt machen.
Berchem packte derweil die Gelegenheit beim Schopf, um in der Tabelle bis auf einen Punkt an den Tabellenzweiten HBD heranzukommen. Marko Stupar sprach anschließend von „ups and downs“ seiner Mannschaft, die es verstanden hat, schlechtere Spielphasen zu verwalten. „Eine bessere Ouvertüre auf das Final Four konnten wir uns nicht wünschen“, meinte der Berchemer Coach. Das Comeback von Torhüter Scott Meyers nach langer Verletzungspause kommt zudem zum richtigen Zeitpunkt. Denn für Grzegorz Czapiewski ist die Saison verletzungsbedingt vorzeitig beendet. „Scott hat seine Qualitäten gezeigt. Das Tandem Kell/Scott zieht sich gegenseitig hoch“, legte Stupar nach.
Berchem behält die Ruhe
Bereits die Anfangsminuten waren schwierig für den HBD, der früh einem Fünf-Tore-Rückstand hinterherlief. Die Hausherren fingen sich nach und nach, trotzdem pendelte sich der Gästevorsprung lange Zeit bei vier Einheiten ein. Guden nahm regelmäßig Maß aus der zweiten Reihe, während Vrgoc am Kreis omnipräsent war. Nach dem Seitenwechsel ging es ausgeglichen hin und her. I. Etute brachte seine Farben nach 45 Minuten erstmals seit dem 1:0 in Führung und legte gleich nach zum 25:23. Die Berchemer behielten aber die Ruhe, steckten eine Unterzahl (Majerus) weg und machten in den Schlussminuten die entscheidenden Schritte. Majerus traf zum 29:30 und blockte dann im direkten Gegenzug einen Versuch von O. Etute ab. Berchem lief zwei letzte Konter über B. Brittner und Guden zum verdienten Auswärtssieg.
Setzen beide Klubs sich am Donnerstag in den Halbfinalspielen des Pokals gegen Standard resp. Esch durch, kommt es am kommenden Samstag in der Coque zum erneuten Aufeinandertreffen und der Neuauflage vom letztjährigen Pokalfinale
Statistik
HBD: Herrmann (1-30’, 3 Paraden), M. Lallemamg (30-60‘, 9 P.) – Labonté 3, F. Hippert 1, Steichen 2, Ilic 2, Zekan 3/2, Y. Lallemang, Goergen 1, Schlesser, I. Etute 9, O. Etute 8, Neuberg, Steffen, Y. Hippert
Berchem: S. Meyers (1-41‘, 7 P.), K. Meyers (41-60‘, 5 P.) – Guden 8/3, Mitev, Stein, C. Brittner 6, B. Brittner 1, Mousel 2, Vrgoc 5, Scheid 3, Ervacanin 2, Biel 3, Majerus 2, Castilla
Schiedsrichter: Weber/Weinquin
Zeitstrafen: HBD 2 - Berchem 2
Siebenmeter: HBD 2/2 - Berchem 3/3
Rote Karte: Mitev (11‘, grobes Foulspiel)
Zwischenstände: 5‘ 2:5, 10‘ 3:7, 15‘ 6:10, 20‘ 9:12, 25‘ 11:15, 30‘ 15:16, 35‘ 18:20, 40‘ 22:22, 45‘ 24:23, 50‘ 27:25, 55‘ 27:28
Zuschauer: 426 zahlende