Leichtathletik

Der Multitasker: Till Joly holt zwei Titel in der Coque

Till Joly kürte sich am Sonntag in der Coque gleich zweimal zum Meister: über 60 m Hürden und im Stabhochsprung. Beide Disziplinen sind Teil seiner eigentlichen Spezialität.

Till Joly beim erfolgreichen Stabhochsprung und 60 m Hürdenlauf mit Siegerpose bei Leichtathletik-Wettkampf

Till Joly triumphierte im Stabhochsprung und über 60 m Hürden Foto: Editpress/Luis Mangorrinha

Als Till Joly in den Stabhochsprung einstieg, war das Feld bereits deutlich ausgedünnt. Nur noch ein Konkurrent war im Wettbewerb verblieben, alle anderen hatten vor der Höhe von 4,10 Metern bereits die Segel streichen müssen. Zehn Zentimeter später konnte auch Alexandre Serra vom CAB, der als Belgier ohnehin nicht Meister hätte werden können, nicht mehr mithalten. Joly steigerte sich anschließend noch auf 4,30 Meter und holte damit souverän den Landesmeistertitel.

Bereits gut anderthalb Stunden zuvor hatte der 18-Jährige im Finale über 60 Meter Hürden triumphiert. In 8,24 Sekunden kürte er sich zum neuen Meister und löste damit Claude Godart ab. Der 45-Jährige war am Sonntag ebenfalls in der Coque am Start und verfolgte die Wachablösung mit Wohlwollen. „Ich bin froh, dass die Jugend wieder da ist“, sagte er.

Joly trat aber nicht nur als neuer Meister in seine Fußstapfen, sondern auch in der nationalen Bestenliste. Mit 8,24 Sekunden stellte der Celtic-Athlet eine neue U23-Bestmarke auf, die vorher Godart gehörte (8,33) und noch aus dem Jahr 2002 stammte.

Ich hatte schon immer Spaß in verschiedenen Disziplinen. Ich liebe es, von allem was zu machen und zu zeigen, was ich kann.

Till Joly

„Ich bin sehr zufrieden“, blickte Joly am Ende des Tages auf seine Leistungen zurück. „Ich bin eigentlich ohne große Erwartungen angetreten. Es ging vor allem um den Spaß. Schlussendlich hat es sich aber gelohnt.“

Der 18-Jährige hat seinen Saisonhöhepunkt eigentlich schon vor drei Wochen bei den französischen U20-Meisterschaften im Mehrkampf gehabt. „Darauf lag in diesem Winter mein Hauptfokus.“ Und es lief gut. Joly holte im Heptathlon mit 5.555 Punkten den dritten Platz und erzielte auch damit eine nationale U20-Bestleistung.

„Das Gesamtpaket macht den Mehrkampf aus“

Eigentlich ist der Mehrkampf auch sein Spezialgebiet. Dieser vereint mehrere Disziplinen über zwei Wettkampftage. In der Halle gehören im Heptathlon (Siebenkampf) die 60 m, Weitsprung, Kugelstoßen, Hochsprung, 60 m Hürden, Stabhochsprung und 1.000 m dazu. In der Sommersaison wird aus dem Siebenkampf ein Zehnkampf (Decathlon) und es kommen noch Diskus, Speer und 400 m hinzu.

„Als Kind war ich immer sehr zappelig und ich wollte sehr viel machen“, erzählt Joly, wie es zu seiner Leidenschaft für den in Luxemburg doch ungewöhnlichen Mehrkampf kam. „Ich hatte schon immer Spaß in verschiedenen Disziplinen. Ich liebe es, von allem was zu machen und zu zeigen, was ich kann.“ Dabei bereiten ihm die Disziplinen, die Laufen oder Springen beinhalten, am meisten Spaß. „Aber das Gesamtpaket macht den Mehrkampf einfach aus.“

Bei Wettbewerben wie den Hallen-Landesmeisterschaften, wo es keinen Mehrkampf im Programm gibt, muss er sich dann einzelne Disziplinen aussuchen. Das tat er am Sonntag erfolgreich.

Mit seinen zwei Titeln endete auch Jolys Hallensaison. Er startet nun mit den Vorbereitungen auf den Sommer, mit dem großen Ziel, im August an den U20-Weltmeisterschaften in Oregon (USA) teilzunehmen.

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

Radsport

Berton sprintet am „Opening Weekend“ in die Top 10

Tischtennis

Howald schnappt sich das zweite Halbfinal-Ticket