US Heffingen

Charel Oly hat den direkten Wiederaufstieg fest im Blick

Trotz einer knappen Niederlage gegen Mondorf am Samstag stehen die Chancen für Heffingen vier Spieltage vor Schluss weiterhin gut, den direkten Wiederaufstieg aus der Nationale 2 in die Enovos League zu schaffen.

Charel Oly kehrt nach langer Verletzungspause zurück aufs Parkett beim Basketballspiel

Nach langer Verletzungspause ist Charel Oly zurück auf dem Parkett Foto: Editpress/Gerry Schmit

Nach dem Abstieg in der vergangenen Saison stand Heffingen nach zahlreichen Abgängen von Schlüsselspielern vor einem Neuanfang. Dennoch startete die USH furios in die neue Saison und stand nach 13 Spieltagen ungeschlagen an der Tabellenspitze. „Wir haben schnell verstanden, was der Coach von uns wollte. Ziel war es, schnellen Basketball zu spielen und den Ball drehen zu lassen. Das ist uns zu Beginn der Saison gelungen.“ Der erfolgreiche Start war Kapitän Charel Oly zufolge das Ergebnis einer optimalen Vorbereitung. „Wir fühlten uns bereit für die Saison.“

Eine Zeit lang schien Heffingen die Nationale 2 zu dominieren, doch gegen Ende der Qualifikationsphase fiel man in ein kleines Loch und kassierte vier Niederlagen in fünf Spielen bis zum dritten Spieltag der Aufstiegsgruppe. „Vielleicht haben wir uns zu sehr auf der Gewissheit ausgeruht, dass es von alleine läuft“, so Oly, der ergänzt: „Es war ein schleichender Prozess. Am Anfang gewannen wir deutlich, danach fielen die Siege knapper aus, ehe wir verloren.

Tief vergessen lassen

Trotz eines kleinen Tiefs stehen die Chancen auf den direkten Wiederaufstieg immer noch gut. Nach dem sechsten Spieltag in der Aufstiegsgruppe teilt man sich die Tabellenspitze mit Zolver und hat einen Punkt Vorsprung auf den Gréngewald. Oly warnt jedoch: „Wir haben noch einen schweren Weg vor uns. In der Aufstiegsgruppe kann jeder gegen jeden gewinnen. Wichtig ist, dass wir unseren Basketball spielen.“

Auch wenn Oly heute als Heffinger Kapitän den Aufstieg in die erste Basketballliga anstrebt, war der Weg dorthin nicht vorgezeichnet. Auf sportlicher Ebene setzte er seine ersten Schritte mit einem kleineren Ball. „Mein Bruder und ich entschieden uns für Fußball. In unserem Wohnort Gilsdorf gab es lediglich einen Fußballverein und die Freunde aus der Grundschule spielten ebenfalls Fußball.“ Von klein auf blieb jedoch stets eine Verbindung zum Basketball: Beide Eltern waren Basketballer und nahmen ihre Söhne regelmäßig mit zu Spielen. Mit dem Vater wurde oft Basketball im Hof gespielt. „Ich weiß nicht, ob das Absicht unserer Eltern war, uns mit Basketball in Verbindung zu halten“, sagt Oly lachend. Nach der Primärschule ließ das Interesse am Fußball nach und mit 14 Jahren zog es ihn mit seinem damaligen Klassenkameraden Jo Freimann zum Ettelbrücker Basketball.

Zwei Operationen

Ich wollte Max (Schmit) nie glauben, dass man als Kapitän viel reden muss, aber es stimmt tatsächlich

Charel Oly

Kapitän US Heffingen

Seit zehn Jahren spielt der 29-Jährige nun in Heffingen und ist seit dieser Saison Kapitän. „Es ist eine Rolle, die mir nach all den Abgängen irgendwie zugeschustert wurde, da ich am längsten dabei bin.“ Er gibt zu, dass es ihm anfangs schwerfiel, stets die richtigen Worte zu finden. „Ich wollte Max (Schmit, d. Red.) nie glauben, dass man als Kapitän viel reden muss, aber es stimmt tatsächlich. In vielen Situationen wird vom Kapitän erwartet, dass er sich äußert.“ Für Oly geht es vor allem darum, die Mannschaft zusammenzuhalten, mit seiner Erfahrung auf dem Feld weiterzuhelfen und auch das Wort zu ergreifen, wenn es nötig ist.

Neben der Freude, die Rolle des Kapitäns übernommen zu haben, überwiegt für Oly die Freude, endlich wieder Spielpraxis sammeln zu können. Innerhalb von eineinhalb Jahren musste er sich zweimal operieren lassen und fiel während drei Spielzeiten aus. „Besonders am Anfang ist es mental nicht einfach. Aber der Wille, wieder auf das Spielfeld zu kommen, war groß. Mit einem Ziel vor Augen hält man sich mit jedem kleinen Fortschritt über Wasser.“ Der Tag des Comebacks ist zwar motivierend, man erhält aber schnell einen Dämpfer, da der Körper zeigt, dass es nicht mehr so geht wie vor der Verletzung. „Auch Monate nach dem Comeback bleibt es harte Arbeit. Eine solche Verletzung vergisst man nie richtig, weil der Körper weiß, was passiert ist.“ Olys Ziel war es, mindestens noch eine Saison zu spielen.

„Wenn man mir gesagt hätte, dass ich mehr Schaden anrichte, als dass es meinem Körper guttut, dann hätte ich meine Karriere beendet. Ich bin in der Berufseinführungsphase (Stage) als Sportlehrer und brauche meine Knie für den Beruf. Wenn jeder Nein zu einem Comeback gesagt hätte, hätte ich eine clevere Entscheidung treffen müssen. Aber zum Glück sagte nicht jeder Nein.“ Oly betont schmunzelnd, dass er nach der langen Verletzungspause Nachholbedarf hat: „Ech hunn nach e puer Saisonen nozehuelen.“ In dieser Spielzeit gilt es, den Aufstieg zu schaffen. Dabei bleibt das Ziel klar: die Tabellenspitze verteidigen und die Relegation vermeiden.

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