Boxen
Caroline André spricht über ihre Profikarriere, ihren Verein und den Polizistenberuf
Nach nur sieben Monaten geriet der Boxklub von Caroline André aufgrund der Corona-Pandemie in eine Existenzkrise: Wie der Verein die Wende schaffte und warum die 38-Jährige trotzdem einen weiteren Profikampf an diesem Wochenende ablehnte, erzählte die Polizistin dem Tageblatt.
Christine Lafontaine (l.) und Caroline André starten einen Spendenaufruf für ihren Differdinger Klub Foto: Editpress/Isabella Finzi
„Vielleicht können Menschen, die nie geboxt haben, das nicht verstehen.“ Als Caroline André über ihr technisches Knock-out vom Dezember 2017 spricht, wird deutlich, wie schwer der Athletin der Weg zurück in den Ring gefallen sein muss. Bei der einzigen Luxemburger Profiboxerin wurde nach diesem Kampf eine bilaterale Gesichtsfraktur diagnostiziert. Sie hörte damals nicht auf ihre Betreuer, die sie nach dem harten Treffer zum Weiterboxen überreden wollten: die einzig richtige Entscheidung, wie sich später rausstellte. Durch einen zusätzlichen Schlag und die damit verbundene Versplitterung des Gewebes hätte sie damals womöglich das Augenlicht verloren. „Ich bin daraufhin in eine Depression gefallen. Die Art und Weise, wie die Niederlage zustande kam, war ein großer Rückschlag für mich. Zudem hatte ich zu dieser Zeit aufgrund meiner Schichten im Job viel Stress.“