Handball
Berchem bringt Leader Red Boys erstmals zu Fall
Nach fast genau 13 Monaten hat es die Red Boys in der nationalen Meisterschaft erstmals wieder erwischt. Die Differdinger verloren in Berchem, bleiben aber mit drei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Durch diesen ersten Fehltritt der Roten ist das Titelrennen aber wieder viel spannender und interessanter geworden.
Der überragende Mann am Samstag: Der Berchemer Raphael Guden traf 14-mal Foto: Editpress/Fernand Konnen
Sollten die Differdinger in zwei Wochen auch in Düdelingen leer ausgehen, wäre der Kampf um die Meisterschaft wieder völlig offen. Der HBD wird das Ergebnis vom Samstag aus der Crauthemer Sporthalle sicherlich begrüßt haben. Herrmann, Etute und Co. können nun sogar wieder aus eigener Kraft Meister werden. Berchem seinerseits bleibt durch den verdienten Heimsieg immerhin in Lauerstellung, der Erfolg gegen den amtierenden Landesmeister und aktuellen Spitzenreiter wird ihnen für den Rest der Saison neuen Auftrieb geben.
Das Duell zwischen den Grün-Weißen aus dem Roeserbann und den Roten aus Differdingen war ein regelrechtes Offensivfestival. 82 Tore in einer Begegnung, das ist ein neuer Rekord für die laufende Saison. Nach einem ausgeglichenen Beginn wirkten die Hausherren in der Folgezeit etwas zielstrebiger. Dank der starken Scheid und Vrgoc führte der HCB in der 18‘ mit 13:10 und genau zu diesem Zeitpunkt mussten die Gäste einen Rückschlag verkraften. Bei einem Wurfversuch rutschte Semedo unglücklich weg und wurde mit einer Knieverletzung ins Krankenhaus eingeliefert.
Breser sieht „schlechte Abwehr“
Dank Goedert und Torwart Jarrar konnten die Red Boys den Rückstand aber bis zur Pause in Grenzen halten, obwohl Guden nach und nach zur Hochform auflief. In der zweiten Halbzeit ging es im gleichen Rhythmus weiter. Tore fielen weiter am laufenden Band und bis zur 47‘ hielten die Gäste durch Ballet und Goedert dagegen. Dank einiger Paraden von Heimkeeper Kell Meyers gelang es den Roeserbannern aber, wieder davonzuziehen, und in der 51‘ hatten Guden, Scheid, C. Brittner und Ervacanin ein Fünf-Tore-Polster herausgeschossen.
Diesen Rückstand konnten die Red Boys trotz aller Bemühungen nicht mehr wettmachen. Gäste-Trainer Marc Breser war nach Spielende verständlicherweise enttäuscht. „In der Abwehr standen wir schlecht. Sowohl unsere Torleute als auch verschiedene Feldspieler konnten nicht ihr gewohntes Leistungsvermögen abrufen und auch die Verletzung von Semedo hat uns natürlich nicht in die Karten gespielt. In zwei Wochen beim HBD müssen wir jedenfalls ein ganz anderes Gesicht zeigen.“
Guden trifft 14-mal
Bei der Siegermannschaft war die Gemütslage nach dem Spiel verständlicherweise viel fröhlicher. Raphael Guden, mit 14 Treffern bester Torschütze der Partie, analysierte das Match folgendermaßen: „Es war ein extrem schnelles und abwechslungsreiches Spiel. Der Sieg tut uns enorm gut. Für den weiteren Saisonverlauf haben wir viel Selbstvertrauen getankt. Schaut man auf die Tabelle, dann tut die Heimniederlage vor zwei Wochen gegen Käerjeng im Nachhinein sehr weh. Unsere ganze Konzentration gilt primär dem Pokalwettbewerb in der Coque, in der Meisterschaft schauen wir von Spiel zu Spiel, mal sehen, was noch alles passieren wird.“
In den zwei anderen Begegnungen der Titelgruppe gab es einen ungefährdeten Auswärtssieg des HBD beim Standard, derweil die Escher etwas überraschend in Käerjeng verloren. Beim Team aus Bascharage war einmal mehr Ognjen Jokic mit 14 Treffern der überragende Torschütze.
Statistik
Berchem: Czapiewski (1-35‘, 6 Paraden), K. Meyers (35-60‘, 8 P.) – B. Brittner, Castilla, Guden 14, Stein, Mitev 1, Ciota, Majerus 6, C. Brittner 2, Mousel, Pereira, Ervacanin 3, Scheid 9, Biel 1, Vrgoc 7
Red Boys: Jarrar (1-27‘, 7 P., davon 1 7m, 1 Tor), Felici (27-47‘, 3 P.), Garcia (47-60‘, 3 P.) – Nanque 1, Tako 2, Goedert 11, Picco 1, Meyffret 3, Ballet 10/3, Semedo 3, Togno 2, Jean Louis 2, Rac 1, Guerreiro, Leleux, Ouzrour 2
Schiedsrichter: Linster/Rauchs
Zeitstrafen: Berchem 5 – Red Boys 4
Siebenmeter: Berchem 0/1 – Red Boys 3/3
Zwischenstände: 5‘ 4:3, 10‘ 6:7, 15‘ 11:9, 20‘ 15:11, 25‘ 18:14, 35‘ 25:25, 40‘ 29:28, 45‘ 32:30, 50‘ 36:32, 55‘ 39:34
Zuschauer: 300 (geschätzt)