60 meter Hürden
Auf den Spuren von Victoria Rausch: Nachwuchstalent Uyana Granger holt ersten Titel
In der Disziplin über 60 Meter Hürden gab es am Sonntag eine Premiere auf dem obersten Treppchen des Podiums: Erstmals sicherte sich die erst 17-jährige Uyana Granger den Hallentitel, wenn auch in Abwesenheit von Titelverteidigerin Victoria Rausch. In Zukunft dürfte das Nachwuchstalent jedoch öfter auf sich aufmerksam machen.
Uyana Granger sicherte sich erstmals den Landesmeistertitel Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
„Es bedeutet mir sehr viel, hier zu Hause den Titel zu gewinnen. Es ist natürlich schade, dass Victoria nicht dabei war, da ich gerne mit ihr laufe – auch weil sie für mehr Konkurrenz sorgt“, erklärte Uyana Granger nach der Siegerehrung. Dabei sind die vergangenen Tage sehr ereignisreich gewesen, nachdem die Celtic-Athletin, die neben der luxemburgischen auch die französische und russische Staatsangehörigkeit besitzt, am vorigen Wochenende bei den französischen Jugendmeisterschaften nicht nur auf den dritten Platz lief, sondern auch mit einer persönlichen Bestleistung ein großes Ausrufezeichen setzen konnte.
Die Zeit von 8,49 Sekunden war nämlich gleichbedeutend mit einer neuen nationalen Bestleistung sowohl in der U20- als auch der U23-Kategorie. Beide Bestleistungen hatte zuvor eben jene Victoria Rausch inne, die seit Jahren das internationale Aushängeschild der FLA in dieser Disziplin ist, jedoch am Sonntag krankheitsbedingt passen musste.
Granger kamen am vorigen Wochenende bei ihrer hervorragenden Leistung in Val-de-Reuil besonders die Rahmenbedingungen entgegen. „Die Halle und auch die Optik der Hürden lagen mir dort. Zudem habe ich mich beim Aufwärmen top gefühlt und es war viel mehr Konkurrenz dabei. Daher war ich in einer Blase und bekam noch einmal einen Adrenalin-Schub“, erklärte die 17-Jährige ihren Husarenritt. Auch wenn es am Sonntag bei der nationalen Meisterschaft „nur“ zu einer 8,70 im Vorlauf und einer 8,74 im Finale reichte, lief die Celtic-Athletin dem Titel ungefährdet entgegen.
Paradestrecke auf den 400 m Hürden
Ihre Paradestrecke sind die 60 Meter Hürden jedoch nicht, da sich die Athletin aus dem COSL-Promotionskader eher auf die Freiluftsaison und auf die von ihr bevorzugten 400 Meter Hürden fokussiert. Im vergangenen Jahr gewann das Nachwuchstalent in dieser Disziplin Bronze bei den Spielen der Kleinen Staaten in Andorra und erreichte beim Europäischen Olympischen Jugendfestival einen beeindruckenden vierten Platz in der U18-Kategorie. „In diesem Sommer laufe ich hauptsächlich die 400 Meter Hürden, aber gelegentlich auch mal die 100 Meter Hürden“, erklärte Granger, die in diesem Jahr einen besonderen Fokus auf die Qualifikation für die U20-Weltmeisterschaft in Oregon richten möchte.
Besonders entgegen kommt ihr dabei die Unterstützung, die ihr als Schülerin des Sportlycée ermöglicht wird. „Vorher hatte ich wegen der Schule oft das Training verpasst. Aber nun kann ich an jedem Training mit dem Kader teilnehmen, und das sind Einheiten, die mich wirklich weiterbringen. Das hilft mir enorm“, so Uyana Granger, die liebend gerne die nächste internationale Vorzeigeathletin im Hürdensprint nach Victoria Rausch werden würde.