Pokal-Viertelfinale

Acht Teams, acht unterschiedliche Ausgangslagen

Vom Titelanwärter mit Doublé-Ambitionen bis zu den Überraschungsmannschaften und Außenseitern: Das Viertelfinale der Coupe de Luxembourg bringt völlig unterschiedliche Ausgangslagen zusammen. Während Differdingen und Bissen als Favoriten ins Rennen gehen, wittern andere Teams ihre Chance auf eine Saisonwende – oder sogar Geschichte zu schreiben.

Erfahrene Spieler von Fola beim intensiven Mannschaftstraining auf dem Fußballplatz

Fola setzt auf viele erfahrene Spieler Foto: Editpress/Luis Mangorrinha

FC Déifferdeng 03 - Racing Lëtzebuerg: Differdingen hat sich zum Ziel gesetzt, auch diese Saison das Doublé zu holen; für den Racing bietet sich in dieser Partie die Gelegenheit, eine verkorkste Saison zu retten. Für den neuen D03-Trainer Yannick Kakoko ist es auch ein Duell mit seinem alten Verein, der ihn Ende November entlassen hatte. Der Deutsch-Kongolese hatte einen holprigen Start (nur fünf Punkte aus vier Spielen) beim amtierenden Meister, scheint jedoch jetzt in die Spur gefunden zu haben. An den vergangenen zwei Spieltagen gab es zwei deutliche Siege gegen Hesperingen und Rosport. Der Racing hatte im März drei erfolgreiche Wochenenden, tritt aber seit der Länderspielpause wieder auf der Stelle und hat den Klassenerhalt noch immer nicht gesichert. Dabei hatte der Hauptstadtverein vor der Saison die Teilnahme am Europapokal als Ziel angegeben. Davon ist man derzeit weit entfernt, aber ein Sieg im Pokal könnte der Grandjean-Elf neue Möglichkeiten eröffnen.

US Feulen - Victoria Rosport: Der Überraschungsgast des Viertelfinals der Coupe de Luxembourg kommt aus dem Ösling. Aber nur auf den ersten Blick, denn die US Feulen stand sogar zeitweise auf dem ersten Platz der Ehrenpromotion. Seit diesem Hoch Anfang März lief es weniger gut für die Mannschaft von Trainer Yvo Martins. Derzeit steht die USF auf Rang sieben, hat aber nur zwei Punkte Rückstand auf einen Relegationsplatz. Rosport ist gewarnt, denn Feulen ist besonders vor heimischer Kulisse stark – auch wegen des Kunstrasens. Die Victoria erlebt seit Wochen ein Auf und Ab und steht derzeit auf dem zehnten Platz mit drei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz. Im Abstiegskampf kann der Pokal entweder eine lästige Doppelbelastung oder eine Frischzellenkur sein. Eine Teilnahme am Halbfinale mit der Aussicht, das Endspiel zu bestreiten, könnte neue Kräfte freisetzen. Trainer Martin Forkel befindet sich auf Abschiedstournee und hätte sicher nichts dagegen, Rosport zum vierten Mal seit 2005 ins Halbfinale zu bringen.

Atert Bissen - Progrès Niederkorn: Die Überraschungsmannschaft der BGL Ligue ist seit fünf Spielen ungeschlagen und hat wieder den zweiten Platz eingenommen. Bissen kann sich in den vergangenen Wochen vor allem auf Torjäger Roman Ferber verlassen, der sich in Topform befindet. Der Belgier erzielte an den vergangenen fünf Spieltagen sage und schreibe neun Tore und scheint auf dem Weg zur Torjägerkanone kaum mehr aufzuhalten zu sein. Es mutet fast schon grotesk an, es zu sagen, aber BGL-Ligue-Aufsteiger Bissen geht gegen Niederkorn als klarer Favorit in die Partie. Der Progrès ist nämlich in diesem Jahr ein Schatten seiner selbst und hat den Klassenerhalt noch nicht gesichert. Der Progrès hatte zwar oft mit Verletzungspech zu kämpfen, es fehlt der Mannschaft aber vor allem an Konstanz. Nach dem deutlichen 5:1-Sieg vor fünf Wochen gegen Hostert folgten vier Partien ohne Sieg. Deshalb ist es schwer vorzustellen, wie Niederkorn den FC Atert vor heimischer Kulisse besiegen könnte.

Fola Esch - FC Rodange 91: Die Escher kämpfen in der Ehrenpromotion um den Aufstieg, Rodange in der BGL Ligue um den Klassenerhalt. Dieses Duell ist fast so etwas wie ein vorgezogenes Relegationsspiel. Fola hat nach dem Trainerwechsel wieder in die Spur gefunden. Arnaud Bordi holte mit seiner neuen Mannschaft acht Punkte aus den vergangenen vier Partien, nachdem die „Doyenne“ davor fünfmal in Folge ohne Sieg geblieben war. Fola setzt auf eine ganze Reihe an erfahrenen Spielern, die jedoch auch bereits ein gewisses Alter erreicht haben. Elf Kaderspieler sind über 30 Jahre alt. Die Rodanger Mannschaft ist deutlich jünger aufgestellt. Die Elf von Trainer Fahrudin Kuduzovic überraschte am vergangenen Sonntag mit einem 2:1-Erfolg gegen Strassen. Ein Erfolg, der zum richtigen Zeitpunkt kam. Rodange stand seit der Fusion vor 35 Jahren noch nie im Pokalhalbfinale und könnte somit im Falle eines Weiterkommens Historisches erreichen.

Im Überblick

Pokal-Viertelfinale:
Mittwoch, 20.00 Uhr:
Fola (EP) - Rodange (ND)
D03 (ND) - Racing (ND)
Feulen (EP) - Rosport (ND)
Bissen (ND) - Niederkorn (ND)
* Divisionszugehörigkeit in Klammern

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