„Crèches“: Neues Projekt
Wie mehrsprachige Bildung gelingen kann
Bereits seit 2017 liegt der Schwerpunkt in den „Crèches“ auf der mehrsprachigen Bildung. Die Förderung des Multilingualismus kann aber nur durch die Zusammenarbeit von Eltern und Erziehern erfolgen. Um dieses Zusammenspiel zu erörtern und besser umsetzen zu können, wurde nun ein neues Projekt mit dem Namen Compare ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Kooperation zwischen den Eltern und den „Crèches“ sowie Multiliteracies zu unterstützen, weiterzuentwicklen und empirisch zu untersuchen. Das Projekt wird vom „Fonds national de la recherche“ (FNR), der Universität Luxemburg, dem „ministère de l’Education nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse“ (MENJE) und dem „Service national de la jeunesse“ (SNJ) finanziell unterstützt. Es wurde am Freitag (9.10.) vorgestellt. Das Tageblatt hat sich mit Projektleiterin Claudine Kirsch (Uni.lu), Pit Lutgen (SNJ) und Simone Mortini (SNJ) unterhalten.
Ein neues Projekt mit dem Namen Compare soll die Mehrsprachigkeit in den „Crèches“ fördern. Die kann allerdings nur durch eine verstärkte Zusammenarbeit von Eltern und Erziehern gelingen. Foto: dpa/Peter Kneffel
Um der Bildungsungerechtigkeit in Luxemburg entgegenzuwirken, fordert der Nationale Rahmenplan der non-formalen Bildung („Cadre de référence de l’éducation non-formale“), dass Kinder bereits in den „Crèches“ erste Erfahrungen mit Literacy sammeln. Literacy heißt nicht unbedingt Lesen und Schreiben, sondern hiermit sind alle Erfahrungen mit Schriftsprache gemeint, z.B. Bücher, Lieder oder Fingerreime. Die Sprache der Bücher, Lieder und Reime ist laut Claudine Kirsch eine andere Sprache als jene, die man im Alltag benutzt. Es handelt sich nämlich hierbei um die Bildungssprache. Die alltägliche Sprache ist einfach und besteht meist aus kurzen Sätzen. Bildungssprache ist viel reicher und komplexer. Im Tageblatt-Gespräch nennt Kirsch als Beispiel das Märchen von Rotkäppchen, mit Vergangenheitsform und Nebensätzen. Literacy kann in mehreren Sprachen und auf vielfältige Art und Weisen erworben werden, hier spricht man dann von Multiliteracies. Neben den üblichen Sprachen in Luxemburg sollte auch den Familiensprachen des Kindes bzw. der Eltern eine zentrale Rolle eingeräumt werden.