Chronik eines Engagierten

Serge Kollwelter blickt zurück auf mehr als 50 Jahre Einsatz für die Benachteiligten

Er wurde bekannt als Mitbegründer und früherer Präsident der „Association des soutien aux travailleurs immigrés“ (ASTI). Kurz vor seinem 80. Geburtstag wirft Serge Kollwelter in seiner Chronik „Donner et recevoir. Cheminements d’un promeneur solidaire“ einen Blick zurück auf seinen bis heute währenden Einsatz für die Benachteiligten und auf mehr als 50 Jahre luxemburgischer Geschichte.

Serge Kollwelter und sein Buch „Donner et recevoir. Cheminements d’un promeneuer solidaire“

Serge Kollwelter und sein Buch „Donner et recevoir. Cheminements d’un promeneuer solidaire“ Foto: Editpress/Julien Garroy

Serge Kollwelter hat für das voluminöse Buch zahlreiche Artikel aus Zeitungen und Zeitschriften, aber auch eigene Schriften zusammengetragen. Daraus ist ein 502 Seiten umfassendes, wuchtiges Werk geworden, in kleiner Auflage gedruckt und bereits nur noch online erhältlich.* Trotzdem ist es eine wahre Fundgrube mit unzähligen Texten unter anderem aus der Revue und dem Tageblatt, aus dem Lëtzebuerger Land und der Zeitschrift Forum, Gastbeiträgen und Leserbriefen. Einige sind aus Kollwelters eigener Feder, andere von Journalisten, die ihn als streitbare Persönlichkeit der Luxemburger Zivilgesellschaft erlebt und begleitet haben.

Der am 6. Dezember 1946 geborene Serge Kollwelter, Sohn des CSV-Abgeordneten und Gewerkschafters Nicolas Kollwelter (1918-1992) und Bruder des LSAP-Politikers und Autors René Kollwelter, betrachtet die gesellschaftliche Entwicklung aus einem kritischen Blickwinkel. Etwa wenn er sich an seine Gymnasialzeit am „Kolléisch“ in der Hauptstadt zurückdenkt, oder an seine Zeit bei den „Scouten“, als er nach eigenen Worten noch kaum politisiert war, auch wenn die Politik durch den Vater einen festen Platz in der Familie hatte. Sein soziales und politisches Engagement setzte für den damals knapp 20-Jährigen in der Folge des Mai 1968 ein. Im Jahr darauf fand in Lüttich eine internationale Konferenz der katholischen Pfadfinderbewegung zum Thema „Pfadfindertum und Politik“ statt. Die Vereinigung stand stark unter dem Einfluss der Erfahrungen vieler Teilnehmer, die sie während der Studentenrevolte gesammelt hatten.

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