Gewerkschaft ACEN
Musikunterricht: „Bei beiden Reformen wurden die ,Chargés’ vergessen“
In Luxemburg sind sie die tragende Säule des Musikunterrichts „Enseignement musical“. Denn etwa 80 Prozent der Lehrer in diesem Bereich sind „Chargés“, also Lehrbeauftragte, die in unseren Musikschulen, der UGDA („Union Grand-Duc Adolphe“) und in „Conservatoires“ unterrichten. In den Musikschulen und der UGDA arbeiten sogar exklusiv nur „Chargés“. Sie gehören dieser Kategorie an, nicht weil sie etwa weniger Kompetenzen haben, sondern weil das Bildungssystem dies so vorsieht. Und dennoch behandelt sie das Gesetz stiefmütterlich. Wir haben uns mit Vertretern der Gewerkschaft ACEN („Association des chargés de l’enseignement national“) unterhalten und bei den Ministern für Inneres und Bildung eine Stellungnahme erfragt.
Die Gewerkschaftsvertreter der ACEN Jeff Herr, Joël Heyard, Luc Wildanger (Präsident), Laurent Clement und Pol Belardi (v.l.n.r.) fordern, dass endlich die Diplome der „Chargés“ im Musikunterricht vollwertig anerkannt werden. Diese Angleichung sei bei den zwei Reformen 2015 und 2017 einfach vergessen worden. Foto: ACEN
Pol Belardi, Laurent Clement, Jeff Herr, Joël Heyard sind vier „Chargés“ des „Enseignement musical“ und engagieren sich innerhalb der Gewerkschaft ACEN für die Lehrbeauftragte des Musikunterrichts. Das Tageblatt hat sich mit ihnen sowie mit dem ACEN-Präsidenten Luc Wildanger unterhalten. „Ohne die ,Chargés’ würde in Luxemburg kein Musikunterricht stattfinden“, sagen sie im Tageblatt-Gespräch. ACEN ist die einzige Gewerkschaft, die sich für die Belange aller „Chargés“ einsetzt und hier im Spezifischen für jene des „Enseignement musical“. Die Vertreter stellen klar, dass „Chargés“ nicht irgendwelche unqualifizierten Ersatzlehrer sind, die irgendwo einspringen. Sie sind vollwertige Lehrbeauftragte mit Diplom. Dies sei vielen Leuten leider nicht bewusst.