Bildungsungerechtigkeit

Hat das Bildungsministerium auf das richtige Pferd gesetzt?

Das Luxemburger Schulsystem hat ein Problem: die Bildungsungerechtigkeit. Dies ist nicht nur auf die Corona-Krise zurückzuführen, sondern ist seit vielen Jahren ein Fakt. Ein über mehrere Jahre entwickeltes Forschungsprojekt sollte hier Abhilfe schaffen. Ein neues Leseförderprogramm für die „Spillschoul“ – Lala – wurde von Luxemburger Forschern hierfür ausgearbeitet und in Luxemburger Schulen getestet. Das mit einem Innovationspreis ausgezeichnete Förderprogramm sollte kleinen Kindern, insbesondere jenen mit Migrationshintergrund, die Fähigkeit zu einem besseren Leseverständnis auf Deutsch in der Grundschule mit auf den Weg geben. Doch dann kam alles anders. Das Bildungsministerium hat Lala ausgeklammert und sein eigenes Programm weiterentwickelt: Sila. Was sind das für Programme und was unterscheidet sie? Ein Bericht.

Psychologin und Wissenschaftlerin Pascale Engel de Abreu posierte im Januar 2019 für ihr Lala-Projekt, das nun den Weg nicht mehr in die Schulen finden wird

Psychologin und Wissenschaftlerin Pascale Engel de Abreu posierte im Januar 2019 für ihr Lala-Projekt, das nun den Weg nicht mehr in die Schulen finden wird Foto: Julien Garroy/Editpress

In Luxemburg steht die Schere der Bildungsgerechtigkeit weit offen. Die PISA-Studie hat dies auf frappante Art gezeigt. Die Zahlen der EpStan („Epreuves standardisées“) belegen diese Erkenntnisse und erläutern im Detail, wo die Krux liegt. So zeigen die neuen Zahlen der EpStan von 2019, dass die Schere sich immer weiter öffnet, statt sich zu schließen. Kinder mit Migrationshintergrund sowie jene aus sozioökonomisch benachteiligten Familien sind die Leidtragenden des Luxemburger Schulsystems. Sogar Bildungsminister Claude Meisch gibt mittlerweile offen zu, dass die Bildungsschere weit offen steht und dass dies einer Lösung bedürfe.

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