Staatsvisite in Lettland
Großherzog Henri findet deutliche Worte zur Ukraine: „Solidarisch im Angesicht eines Aggressors“
Offizieller Empfang, protokollarischer Pomp und klare Ansagen in Richtung Russland und Ukraine: Großherzog Henri ist am Montag in Riga vom lettischen Staatspräsidenten Egils Levits begrüßt worden. Die Ukraine bleibt im Baltikum jedoch das allumfassende Gesprächsthema. Das Tageblatt berichtet aus Riga.
Großherzog Henri und der lettische Staatspräsident Egils Levits beim Abschreiten der Truppen vor dem Rigaer Schloss Foto: Sophie Margue / Maison du Grand-Duc
Es ist ein eher unscheinbarer Vorplatz in Riga. In Sichtweite ist die Vansu-Brücke, die nördlichste der vier Brücken, die im Herzen der lettischen Hauptstadt über den Fluss Daugava führen. Vom anderen Flussufer aus bietet das Rigaer Schloss eine imposante Kulisse. Würde aber nicht ein roter Teppich ausliegen, könnte man als Fußgänger an dem ockergelben Gebäude vorbeilaufen – ohne wahrzunehmen, dass es sich um den Amtssitz des lettischen Staatspräsidenten handelt. Der rote Teppich aber, ausgerollt auf einer vom Schnee geräumten Straße, und eine auf einem Podest aufgestellte Fernsehkamera verraten dem Beobachter, dass es sich nicht um einen normalen Montagmorgen in Riga handelt. Die im Gleichschritt um die Ecke marschierende lettische Militärmusik unterstreicht diesen Eindruck. In dicke khaki-grüne Wintermäntel gehüllt stellen sich die Musiker auf der vom Schloss gegenüberliegenden Straßenseite auf, die Instrumente im Anschlag. Der Atem gefriert beim Ausatmen in der Luft, doch jetzt heißt es für die Soldaten und die anwesende Presse: erst mal warten.