Kommentar
Métro, Boulot, Dodo
Im Buchladen stöbern geht seit letztem Freitag nicht mehr – wer Bücher aus seinem Buchladen bestellen will, muss dies mithilfe des neuen „Click and collect“-Systems tun Foto: AFP/Stéphane de Sakutin
Frankreichs zweiter Lockdown solle weniger rigoros als der erste ausfallen, versicherte Präsident Emmanuel Macron. Konkret bedeutet dies, dass man alles tut, um die Arbeitswelt am Laufen zu halten, alles andere aber verbietet. Gefüllte Metros sind kein Gefahrenherd, leere Theaterhäuser schon. Wie im Film „Matrix“ wird der Mensch zunehmend zur reinen Arbeitsmaschine, die man bis zur totalen Erschöpfung ausmelkt. Was die Regierung dabei vergisst: Der Mensch braucht den Ausgleich nach dem Arbeitstag, er braucht das Restaurant, das Theater, die Kneipe oder das Fußballspiel.