Editorial
Kritik oder Hatespeech: Wenn Fußballer öffentlich beschimpft werden
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„Fußball verbindet Menschen, wird aber auch häufig zum Schauplatz von Diskriminierung und Hass.“ Mit diesen Worten leitete der FC Bayern München vergangene Woche seine Cybermobbing-Kampagne ein. Die Zitate, die Leroy Sané, Thomas Müller und Leon Goretzka vorlasen, müssten eigentlich das blanke Entsetzen auslösen. Tun sie aber nicht – mehr. „Möge euer Teambus brennen“ ist eine der harmloseren Aussagen, die im besagten Video vorkommen. Doch rassistische, persönliche Attacken oder in diesem Fall Morddrohungen in Richtung von Sportlern sind in der digitalen Welt und in den sozialen Netzwerken zur (verwerflichen) Routine geworden – sei es aus Sicht des Verfassers oder des Lesers. Und genau das ist das Problem: Die Hemmschwelle ist niedriger denn je.