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Erhaltenswerte Kioske in Stadt und Land: Hier spielt(e) die Musik …
Musikkioske gab es vor einiger Zeit, das heißt, bis weit in die siebziger Jahre, noch recht viele hier in Luxemburg. Heute muss man leider feststellen, dass im Laufe der letzten Jahrzehnte eine ganze Reihe davon, weil wohl nicht mehr im Trend liegend, abgetragen wurden und von der kulturellen Szene sang- und klanglos verschwunden sind. So die Kioske auf dem Escher Marktplatz, ebenso wie jener in Differdingen vor einigen Jahren.*
Foto: Editpress-Archiv/Isabella Finzi
Bei der forcierten, im Nachhinein oft recht exzentrisch, oder wie in Differdingen, recht kitschig wirkenden Neugestaltung verschiedener Gemeindeplätze hierzulande mussten die als Relikte einer vergangenen Epoche abgestempelten Bauten dem sogenannten Fortschritt nach und nach weichen. Zu dieser Trendwende kam es indes nicht plötzlich, sondern sie war vorausschaubar und bahnte sich langsam an. Erklärungen hierfür gibt es deren etliche, so z.B. die Tatsache, dass die früheren, als Orte des Austauschs und der Geselligkeit gedachten „places publiques“ in deren Mitte eben diese Musikkiosks standen, um die sich die Zuschauer respektiv Hörer scharten, nach und nach in schnöde Parkplätze umfunktioniert wurden und ihrer Funktion als solche nicht mehr gerecht werden konnten! Motorengeräusch ersetzte fortan die Musikklänge, das Publikum blieb zwangsläufig aus, die Nachfrage versiegte und unter respektiv von den runden respektiv polygonförmigen Tempeln herunter erklang kaum noch ein Ton … Unnütz und unbenutzt standen sie demnach in der zubetonierten Landschaft herum, nahmen Platz auf dem „Parking“ ein, verärgerten damit das immer mehr dem Auto huldigenden Volk und waren nicht zuletzt deswegen den an Stimmen gelegenen Stadtvätern lästig und hinderlich!