Kommentar
Der kleine neidische Bruder biedert sich an – Chinas Staatschef Xi Jinping zu Besuch in Moskau
Russland will den Schulterschluss mit China zelebrieren. Der Besuch von Präsident Xi in Moskau gilt allerdings vor allem wirtschaftlichen Interessen.
Chinas Präsident Xi Jinping traf gestern Wladimir Putin im Kreml Foto: Sergei Karpukhin/Sputnik/AFP
Noch kurz bevor der Kreml seine Invasion in der Ukraine begann, schworen sich Moskau und Peking eine „Freundschaft ohne Grenzen“. Der Krieg tobte bereits einige Monate, da wurde die Distanz zwischen dem flächengrößten Land der Erde mit dem bevölkerungsreichsten noch kleiner: Über dem Amur, oder dem Heilongjiang (dem Drachenstrom), wie die Chinesen den Grenzfluss nennen, wurde nach Jahrzehnten der Planung und Arbeit eine Brücke eröffnet. Nun wollen die ungleichen Partner die „strategische Interaktion“ noch erweitern. Es ist ein Zeichen, dass Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, kaum mit 100 Prozent vom Nationalen Volkskongress im Amt als Präsident bestätigt, seine erste Auslandsreise nach Moskau unternimmt. Russlands Präsident Wladimir Putin empfängt ihn fast schon demütig. Neidisch seien die Russen auf die Chinesen, sagt er im Kreml und legt damit wohl unfreiwillig die russische Position dar.