Alain spannt den Bogen
Zum 25. Todestag des Dirigenten Klaus Tennstedt
Ich erinnere mich noch sehr gut, als ich Ende der siebziger Jahre als Teenager die erste Schallplattenaufnahme von Klaus Tennstedt (1926-1998) in den Händen hielt. Es war die 1. Symphonie von Gustav Mahler mit dem London Philharmonic Orchestra auf EMI, eine Einspielung, die bei ihrem Erscheinen in höchsten Tönen gelobt wurde. Und der anschließend eine Gesamtaufnahme aller Mahler-Symphonien folgte, die auch heute noch zu den Referenzeinspielungen gezählt werden darf und nichts von ihrer Kraft und Faszination verloren hat.
Klaus Tennstedt (1926-1998) Foto: Warner Classics; Montage: Tageblatt/Laura Giacomini
Obwohl er noch viele andere Werke aufgenommen hat, ist Tennstedt den meisten nur als Mahler-Interpret in Erinnerung geblieben, wohl weil er in Deutschland nie so richtig anerkannt wurde und seine Triumphe eher in England und in den USA feierte. Warum dem so war, und dass Klaus Tennstedt bereits eine lange Musikerkarriere hinter sich hatte, als er im Oktober 1977 die 1. Symphonie von Mahler einspielte, das erfährt man in der jüngst erschienenen Biografie Klaus „Tennstedt – Besessen von Musik“ von Georg Wübbolt anlässlich des 25. Todestag des Dirigenten.