Die Welt ist bunt
Zahlreiche Nationen präsentieren Land und Kultur auf dem „Festival des migrations“
Die 43. Ausgabe des „Festival des migrations, des cultures et de la citoyenneté“ hat am Samstag begonnen. Zahlreiche Nationen präsentierten ihr Land und ihre Kultur. Ein Überblick.
Das Interesse und der Andrang waren groß Foto: Editpress/Didier Sylvestre
Das „Festival des migrations“ lockt bereits zum 43. Mal Besucher in die Luxexpo. Der Andrang war insbesondere ab dem Nachmittag groß. Es duftete nach Essen – überall gab es Stände, auf denen Menschen die Küche ihres Heimatlandes präsentierten. Auf der Bühne wurde getanzt und gesungen, zum Beispiel konnten Schaulustige eine Capoeira-Vorführung oder einen rumänischen Volkstanz bestaunen. Das Tageblatt war zum Auftakt vor Ort und hat mit einigen der Anwesenden über ihre Kultur gesprochen.
Capoeira: Tanz als Waffe gegen Sklavenherren
Rhythmische Trommelklänge locken kurz nach Mittag die Besucher zur Bühne. Gleichzeitig führen Menschen Saltos durch: Eine Capoeira-Truppe aus Esch gibt eine Darbietung. Capoeira vereint Musik, Tanz und Kampfsport. „Der Sport wurde durch Sklaven in Brasilien erfunden, die sich befreien wollten“, sagt Nuno Soares (20), der seit 14 Jahren Capoeira betreibt. „Die Tanzbewegungen sollten verstecken, dass sie das Kämpfen lernten.“ Heute gelte Capoeira jedoch als Kampfsport mit eigenen Regeln und Wettbewerben. „Die Athleten gewinnen Punkte durch gute Körperbeherrschung und Bewegungsabläufe.“ Die Musik diktiert dabei den Rhythmus des Wettbewerbs – das Tempo der Wettkämpfer passt sich den Trommelschlägen an.

Gute Körperbeherrschung ist Pflicht beim Capoeira Foto: Editpress/Didier Sylvestre
Bunte Kleider bringen Freude
Afrikanische Kleidung ist oft enorm farbenfroh. „Wir lieben alles, was bunt ist“, sagt Mireille (49). Das sei auf dem Kontinent schon immer so gewesen. „Wir tragen solche Kleidung jeden Tag.“ Das bringe Freude und erinnere an die Sonne.

Bunte Kleidung ist auf dem afrikanischen Kontinent ein Symbol für die Sonne Foto: Editpress/Didier Sylvestre
Tracht als Ausdruck der Herkunft
Ein traditionelles Gewand aus Nordmazedonien fällt sofort auf: viel Rot, aber auch Weiß. „Das ist heute nur noch für Folklore“, sagt Alexandru (64). Es gebe nur noch wenige Dörfer, in denen die Bewohner solche Kleidung im Alltag tragen. „Früher trugen alle Frauen solche Gewänder.“ Interessant dabei: Jedes Dorf hatte seinen eigenen Stil. „Anhand der Kleidung wusste man sofort, aus welchem Dorf jemand kam.“

Vor hundert Jahren Alltagskleidung, heute nur noch zu folkloristischen Tänzen Foto: Editpress/Didier Sylvestre
Reiches Frühstück in Togo
Essen ist die Hauptattraktion auf dem Stand Togos. Unter anderem Fleisch, Bananen, Reis und Süßkartoffeln sind Teil der Landesküche. „Jedes Gericht hat seine eigene Spezialsauce“, erklärt Elise. Togolesen würden diese Spezialitäten morgens essen. „Alles hier ist unser Frühstück – jeden Tag um sechs Uhr.“ Witziges Detail: Das auf dem Festival angebotene togolesische Bier heißt „Beaufort“, die Namensgleichheit mit der Ortschaft in Luxemburg aber Zufall.

Ein typisches Frühstück in Togo Foto: Editpress/Tun Stemper
Buntes Spektakel als Ausdruck der Dankbarkeit
„Karneval auf Barbados kommt aus der Zeit, als wir noch große Mengen an Zuckerrohr produzierten“, erklärt Debbie. Daher heißt das Fest eigentlich Crop Over. „Das Festival feiert eine gelungene Ernte.“ Dabei tanzten die Menschen auf den Plantagen. Heute produziert die Insel weniger Zuckerrohr, bleibt aber das größte Festival auf Barbados – und dauert drei Monate.

Federschmuck und Glitzer gehören dazu Foto: Editpress/Tun Stemper
Auch das Tageblatt fehlt nicht
Wo etwas los ist, wo Menschen, Sprachen und Kulturen aufeinandertreffen, darf auch das Tageblatt nicht fehlen. An unserem Stand in der Luxexpo sind Sie herzlich eingeladen, kurz Platz zu nehmen, durchzuatmen und mit uns ins Gespräch zu kommen. Etwa über unseren Wein, der am 29. April offiziell vorgestellt wird – und darüber, wie Sie sich für die Veranstaltung anmelden können.
Das multikulturelle Spektakel des „Festival des migrations“ dauert am Sonntag noch von 11.00 bis 20.00 Uhr. Eintritt frei.

Was hat es mit dem Tageblatt-Wein auf sich? An unserem Stand gibt es Auskunft. Foto: Editpress/Didier Sylvestre