Sehnsucht nach Sonne

Wo Luxemburger die „Ouschtervakanz“ verbringen

Touristen haben in den Osterferien vor allem ein Ziel. Doch in diesem Jahr führt die geopolitische Weltsituation teilweise zu einem Umdenken. Ein Überblick über die Reisegewohnheiten der Luxemburger im April.

Luxemburger genießen Sonne und Strand auf Teneriffa, beliebtes Reiseziel für Erholung und Urlaub am Meer

Sehr beliebt bei den Luxemburgern: auf Teneriffa die Sonne und den Strand genießen Foto: Andrés Gutiérrez/dpa

Es ist ruhiger auf den Straßen im Großherzogtum. Die Osterferien sorgen für weniger Verkehr und damit auch für weniger Staus. Viele Reisende versuchen, dem wechselhaften Wetter im April zu entfliehen. Dabei suchen sie nicht nur Ostereier, sondern vor allem Sonne. Aber: Manchem Touristen macht die aktuelle weltpolitische Lage einen Strich durch die Rechnung.

„In den Osterferien verzeichnen wir eine besonders starke Nachfrage für sonnige Ziele“, schreibt die Pressestelle der Luxair auf Tageblatt-Nachfrage. Am beliebtesten seien die Kanarischen Inseln. „Aufgrund der hohen Nachfrage wurde der Flugplan um eine zusätzliche Verbindung am Sonntag nach Teneriffa erweitert.“ Auch populär: Städte- und Freizeittrips, etwa Barcelona, Lissabon und Porto sowie Süditalien. „Das zeigt, dass auch Reiseziele mit einer Kombination aus Erholung, Kultur und Entdecken eine große Rolle spielen.“ Die meisten Kunden würden Pauschalreisen mit LuxairTours buchen, um sämtliche Services wie Hotel und Flug in einem Paket zu bündeln.

Luxemburger genießen im April die Frühlingssonne in den lebendigen Straßen Barcelonas

Städte wie Barcelona locken die Luxemburger im April ebenfalls Foto: Josep Lago/AFP

Sehnsucht nach Ferne und Sonne

Giovanne Micciche, Berater in einem Reisebüro, sagt, die Menschen würden über die Osterferien vor allem das Weite suchen. „Es kommt nur zwei- bis dreimal im Jahr vor, dass die Kunden zwei Wochen am Stück verreisen können.“ Beliebte Ziele seien der Mittelmeerraum und Marokko, aber auch Regionen, die weiter weg liegen, wie Asien, Mexiko oder die Karibik, etwa die französischen Antillen oder die Dominikanische Republik. Auch beim Reiseberater stehen die Kanarischen Inseln hoch im Kurs. „Diese Ziele sind jedes Jahr populär.“ In diesen Regionen sei die Chance auf Sonne um diese Jahreszeit größer. „Die Menschen sehnen sich nach Sonne und Licht, vor allem nach dem Winter.“ Die USA hingegen seien in der Beliebtheit abgerutscht. „Die Gründe dafür verstehen wir alle.“ Dagegen gebe es nur noch wenige Menschen, die über Ostern in den Skiurlaub fahren würden. „Wenn, dann in höherliegende Gebiete mit einer größeren Schneewahrscheinlichkeit.“

Aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage und der Luftraumsperrungen fallen beliebte Ziele wie die Arabischen Emirate, Saudi-Arabien oder Oman dieses Jahr aus. „Einige Kunden haben auch Angst, nach Ägypten zu fliegen“, sagt Micciche.

Der Tourismus in Luxemburg um Ostern profitiere aber bislang noch nicht von der globalen Situation, heißt es auf Tageblatt-Anfrage von „Visit Luxembourg“. Noch lägen keine genauen Zahlen für dieses Jahr vor. Aber: „Anonymisierte Mobilfunkdaten weisen auf einen leichten Rückgang der Übernachtungsgäste für Ostern hin.“ Dagegen scheine es jedoch ein deutliches Plus bei den Tagesgästen zu geben. Im Jahr 2025 zählte das Großherzogtum knapp 138.000 Übernachtungen im April, laut Schätzungen etwa ein Drittel davon in der Osterwoche.

Geopolitische Lage in Luxemburg mit Chancen und Risiken für den Tourismus und wirtschaftliche Entwicklung

Die geopolitische Lage kann eine Chance, aber auch eine Gefahr für den Tourismus in Luxemburg sein Foto: Editpress-Archiv/Fabrizio Pizzolante

Laut „Visit Luxembourg“ dürfte die geopolitische Lage auch keine größeren Auswirkungen auf den Tourismus in Luxemburg haben: „Fast 90 Prozent der Besucher stammen aus Europa.“ Die Energie- und Flugpreise könnten jedoch dazu führen, dass Europäer wieder verstärkt Nahziele ansteuern. „Das könnte dem Tourismus in Luxemburg zugutekommen.“ Aber: „Die Inflation kann auch negative Auswirkungen haben.“ Vor allem, weil das Großherzogtum ein sogenanntes „erdgebundenes Ziel“ – also leicht mit dem Auto erreichbar – sei. Welcher dieser Effekte dominiert, sei bislang noch nicht klar und hänge von der Kriegsdauer ab. Grundsätzlich zeige sich der Tourismus jedoch krisenresilient.

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