Kontroverse um „Citizen Vigilante“

Wie ein deutscher Regisseur zusammen mit Elon Musk den Kulturkampf befeuert

Trash-Papst Uwe Boll hat einen neuen Film gedreht. Das hätte kaum jemanden interessiert, hätte ihn die deutsche FSK nicht verboten. Jetzt wird er von Elon Musk protegiert und zur Speerspitze des Kulturkampfs gegen angebliche linke Zensur geschärft. Ein Lehrstück über eine neue kulturelle Dynamik.

Armie Hammer als dunkler Rächer in Uwe Bolls rechtspopulistischem Propagandafilm „Citizen Vigilante“

Ein rechtspopulistischer Propagandafilm: Der gefallene US-Star Armie Hammer spielt den dunklen Rächer in Uwe Bolls „Citizen Vigilante“ Foto: Axel Stock

Eine junge Mutter und ihr Sohn beim Einkaufen. Es ist ein netter Nachbarschaftsladen in einer osteuropäischen Stadt. Supermarktmusik düdelt. Der Junge möchte gerne Schokolade, er darf, an der Kasse gibt es ein Küsschen auf den Kopf von der Mutter, weil der Kleine so brav beim Einpacken geholfen hat. Wenige Sekunden später spritzt der Frau das Blut aus der durchtrennten Halsschlagader, sie stirbt in den Armen ihres weinenden Kindes. Ermordet, ohne Vorwarnung, auf offener Straße und am helllichten Tag, von einem – wie die Nachrichtensprecherin kurz darauf klar macht – „illegalen Migranten“.

Jetzt kostenlos testen: Ihr persönlicher 24-Stunden-Zugang

  • Zugang zu allen Online-Artikeln
  • E-Paper auf tageblatt.lu und in der App

Sie haben bereits ein Konto ? Melden Sie sich hier an.

Das könnte Sie auch interessieren