Domaine Tageblatt

Weinkontrolleur in Luxemburg: Wie Paul Thill Qualität, Regeln und Vertrauen im Weinbau sichert

Paul Thill übt nicht nur einen einmaligen Beruf in Luxemburg aus, er hat auch eine Position mit langer Tradition inne. Als Weinkontrolleur sichert er die Regeln, die Qualität und damit auch das Vertrauen in den einheimischen Weinbau ab.

Weinkontrolleur Paul Thill bei Kellerkontrolle mit Kellermeisterin Charlène Muller in den Domaines Vinsmoselle Weinkellern

Weinkontrolleur Paul Thill bei der Kellerkontrolle der Domaines Vinsmoselle, hier mit Kellermeisterin Charlène Muller Foto: Editpress/Hervé Montaigu

„Hier fehlt bei der AOP-Nummer eigentlich noch ein Minus hinter dem L“, sagt Paul Thill, nachdem er eine der Weinflaschen begutachtet hat. Er ist Weinkontrolleur, genauer gesagt der Weinkontrolleur, denn den Posten gibt es in Luxemburg nur einmal. Seine Aufgabe beim Institut viti-vinicole (IVV) ist es, dafür zu sorgen, dass bei der Produktion und dem Verkauf von Wein im Großherzogtum alles nach den Regeln abläuft.

„Wegen eines fehlenden Bindestrichs auf einer Etikette nehmen wir die Flaschen selbstverständlich nicht aus dem Verkauf. Es geht nicht darum, dem Winzer die Arbeit zu erschweren. Auch wegen eines Zahlendrehers bei der AOP-Nummer lassen wir die Winzer nicht tausende von Flaschen neu etikettieren“, so Thill, der seine Arbeit zwischen Kontrolle und Beratung ansiedelt. Oftmals würden sich Winzer bereits im Vorfeld bei ihm oder seinen Kollegen beim IVV vergewissern. „Es geht nicht darum, den Winzer zu schikanieren, sondern darum, dass der Konsument nicht getäuscht wird. Das ist hier, bei einem fehlenden Bindestrich, nicht der Fall.“

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