Expo
Warum die Luxemburgerin Berthe Brincour eine Künstlerin „hors normes et hors temps“ war
80 Jahre nach ihrem Tod, zig Jahre nach ihrer letzten Ausstellung haben die Experten des „Nationalmusée um Fëschmaart“ sie neu entdeckt: Das Werk der Luxemburgerin Berthe Brincour lebt in einer neuen Solo-Ausstellung wieder auf.
Sie steht aktuell im „Nationalmusée“ im Mittelpunkt: die Luxemburger Künstlerin Berthe Brincour (1879-1947) Bild: Berthe Brincour
Berthe Brincour ist 1879 in Luxemburg geboren und nach einem bewegten Leben, größtenteils im Ausland, 1947 in Luxemburg gestorben. Ihren künstlerischen Nachlass vermachte sie testamentarisch dem Großherzogtum. Nun wird dies, angereichert mit Leihgaben, bis Januar 2027 im „Nationalmusée“ gezeigt. Es ist das Œuvre einer Künstlerin „hors normes et hors temps“, wie es im Untertitel der Schau heißt.
Die Frage ist, warum außerhalb der Normen und ihrer Zeit? Nun, Berthe Brincour wurde 1879 in einer wohlhabenden Familie geboren, ihr bot sich die Möglichkeit, Kunst an der Damen-Akademie in München zu studieren, was zu der Zeit (um 1910) für Frauen eher selten war. Sie fühlte sich frei und unabhängig, war nicht verheiratet und lebte für ihre Kunst. Sie reiste viel, zog nach Dachau, Genf und Lausanne, später auch Paris. Dieser Lebensweg wird anschaulich in einer Grafik in der Ausstellung dargestellt.