Domaine Tageblatt

Vom Tank in die Flasche: Unser Rivaner ist abgefüllt und fast bereit, verkostet zu werden

Unser Rivaner ist sicher in die Flaschen abgefüllt worden. Während des Prozesses wurde uns so richtig bewusst, wie viel Wein wir da produziert haben. Nun fehlen noch die Etiketten, und dann steht unserem Launch-Event am 29. April nichts mehr im Weg.

Damit es losgehen kann, muss die Maschine erst justiert werden

Damit es losgehen kann, muss die Maschine erst justiert werden Foto: Editpress/Julien Garroy

„Hallo Chris, wir werden euren Rivaner bereits morgen abfüllen.“ – Wenn wir in den vergangenen anderthalb Jahren etwas gelernt haben, dann, flexibel zu sein. So brachte uns auch die Sprachnachricht von Corinne Kox am frühen Mittwochmorgen nicht aus der Ruhe. Vielmehr freuten wir uns, dass es endlich so weit war.

So standen Lokalchef Cédric Feyereisen, Fotograf Julien Garroy und ich am Donnerstag pünktlich um 8.30 Uhr vor dem Domaine Kox in Remich. Eine riesige Palette an Flaschen stand bereits vor der Abfüllmaschine bereit. „Wir werden zwei solcher Paletten benötigen“, sagte Laurent Kox. Da wurde uns erstmals wirklich bewusst, wie viel rund 2.800 Flaschen Wein sind.

Feinjustierung

Doch bevor es losging, musste Kellermeister Marc die Maschine erst richtig einstellen. „Da wir nur an wenigen Tagen im Jahr Flaschen abfüllen, braucht es immer etwas Zeit, um die Feinjustierung vorzunehmen.“ Die Maschine reinigt zunächst die Flaschen und verdrängt anschließend den Sauerstoff durch die Zugabe von Inertgasen wie Stickstoff oder Argon. Dies ist wichtig, da Sauerstoff den Geschmack des Weins verändern kann und im schlimmsten Fall durch Oxidation sogar zum Verderb führen kann. Durch den Entzug des Sauerstoffs hält sich der Wein also länger. Hier spielt natürlich auch die Sorte eine Rolle. Rivaner ist ein Wein, den man nicht zu lange lagern sollte. Das behaupten wir nicht nur, weil wir langsam daran denken müssen, unsere Flaschen an die Kunden zu bringen.

Nach dem Verdrängen des Sauerstoffs wird der Wein in die Flasche gefüllt. Zuvor muss der Tank mit unserem Rivaner über Schläuche an eine Pumpe angeschlossen werden, die den Wein in die Abfüllmaschine befördert. Ist der Wein in der Flasche, fehlt noch der Verschluss. Hier haben wir mit unserer Kombination aus Burgunderflasche und Drehverschluss für ein Novum bei der Domaine Kox gesorgt. „Diese Kombi hatten wir bislang noch nicht“, sagte Marc.

Die Abfüllmaschine verschließt die Flaschen ebenfalls. Marc musste sie also zunächst mit den Drehverschlüssen vorbereiten. Zuerst wird der Verschluss von der Maschine auf die Flasche gesetzt, bevor er im nächsten Schritt zugedreht wird. Hier muss der Winzer die Maschine natürlich auch an die Flaschengröße anpassen. Um sich heranzutasten, wird zunächst mit ein paar leeren Flaschen getestet. Die erste Flasche explodierte dann auch prompt. Cédric und ich verstanden sofort, warum die Maschine nur läuft, wenn die Schutzvorrichtung geschlossen ist.

Ab der zweiten Flasche klappte es. Nachdem die Scherben beseitigt waren, konnte es losgehen. Marc stellte die Maschine auf 1.800 Flaschen pro Stunde ein. Sie könnte auch noch schneller laufen. „Aber dann gerät man schon ins Schwitzen“, meinte Laurent. Denn auch wenn die Maschine fast alles automatisch erledigt, müssen die leeren Flaschen zunächst händisch von der Palette aufs Fließband gestellt und am Ende wieder abgenommen und in großen metallenen Containern gelagert werden.

Füllkrankheit

Winzer Laurent und Kellermeister Marc überwachen konzentriert die moderne Weinabfüllanlage im Weinkeller
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Winzer Laurent und Kellermeister Marc behalten die Abfüllanlage im Blick

© Foto: Editpress/Julien Garroy

Weinflaschen werden vor dem Abfüllen des Weins sorgfältig ausgespült für beste Weinqualität
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Bevor der Wein in die Flaschen kommt, werden sie noch ausgespült

© Foto: Editpress/Julien Garroy

Mitarbeiter Laurent nimmt abgefüllte Flaschen in moderner Produktionsanlage entgegen
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Mitarbeiter Laurent nimmt die abgefüllten Flaschen entgegen

© Foto: Editpress/Julien Garroy

Vier Metallcontainer gefüllt mit Tagesblatt-Rivaner für Weinproduktion in moderner Kellerei
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Vier solcher Metallcontainer wurden mit Tageblatt-Rivaner gefüllt

© Foto: Editpress/Julien Garroy

Vom Tank in die Flasche: Unser Rivaner ist abgefüllt und fast bereit, verkostet zu werden
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© Foto: Editpress/Julien Garroy

Rivaner Weinflaschen im Lager, bereit zur Etikettierung und Weinveredelung im Weinkeller
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Hier lagern unsere Rivanerflaschen und warten auf ihr Etikett

© Foto: Editpress/Julien Garroy

Kellermeister Marc füllt Drehverschlüsse in moderne Weinabfüllanlage während Produktionsprozess in Weinkellerei
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Kellermeister Marc füllt die Drehverschlüsse in die Abfüllanlage

© Foto: Editpress/Julien Garroy

Vom Tank in die Flasche: Unser Rivaner ist abgefüllt und fast bereit, verkostet zu werden
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Lokalchef Cédric Feyereisen setzt die leeren Flaschen aufs Fließband

© Foto: Editpress/Julien Garroy

Als wir fertig waren, hatten wir fast vier dieser Container gefüllt. Selbstverständlich konnten wir nicht mit leeren Händen in die Redaktion zurückkehren, sodass die eine oder andere Flasche gleich mitgenommen wurde. Doch Winzer Laurent machte uns darauf aufmerksam, dass der Wein jetzt „füllkrank“ sei: Nach der Abfüllung können junge Weine unerwünschte Aromen entwickeln. Sie stabilisieren sich jedoch in den Wochen oder Monaten danach wieder.

Sie wollen unseren Wein verkosten? Dann melden Sie sich an!

Vom Tank in die Flasche: Unser Rivaner ist abgefüllt und fast bereit, verkostet zu werden

Foto: Editpress/Julien Garroy

Am 29. April stellen wir ab 18.00 Uhr im Kulturzentrum Machera in Grevenmacher unseren Rivaner vor. Beginnen werden wir mit einer kleinen Vorstellung unseres Projektes und einem kurzen Rundtischgespräch mit Weinbauministerin Martine Hansen (CSV) sowie den Winzern Corinne Kox, Michèle Mannes und Bob Molling. Anschließend gibt es dann den Tageblatt-Rivaner zu verkosten und die Möglichkeit, den Wein zu bestellen. Anmelden können Sie sich über diesen Link.

Trotz Füllkrankheit kam der Rivaner in der Redaktion gut an. Einige waren verwundert, dass wir es tatsächlich geschafft hatten. Sie wollten schon Salat kaufen, da sie davon ausgingen, dass wir mit Essig zurückkehren würden. Nun haben wir unseren Rivaner samt AOP-Gütesiegel. Übrigens hat auch unser Dolium-Rivaner, von dem es lediglich knapp 100 Flaschen gibt, die AOP erhalten. Dies mit der Note 13,3. Zur Erinnerung: Unser Verschnitt aus Edelstahl und Holzfass bekam die Note 13,7.

Am 29. April werden wir unseren Wein dann ganz offiziell vorstellen. Ein paar freie Plätze im Kulturzentrum Machera gibt es noch. Sie sollten mit der Anmeldung jedoch nicht mehr zu lange warten. Bis dahin sollten unsere Grafiker auch die Etiketten bereit haben, damit die Flaschen dann endgültig fertig sind.

Erste fertige Flaschen laufen aus moderner Abfüllanlage in Produktionslinie für Getränke ab

Die ersten fertigen Flaschen kommen aus der Abfüllanlage Foto: Editpress/Julien Garroy

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