Luxemburg
Verschwundene Modehäuser: Die Beispiele „Louis Brahms“ und „Au nouveau Paris“
Luxemburgs Geschäftswelt ist im Umbruch. Beunruhigend wirken die rezenten Schließungen der Geschäfte Zara, C&A, Tapis Hertz, H&M in der Innenstadt und der Verlagerung ihrer Aktivitäten in die großen Einkaufszentren am Stadtrand. Gründe dazu gibt es wohl mehrere, die es zu erforschen gilt, wesentlich bleibt dabei die Frage, wo städtischer Raum gelebt wird. Vielleicht kann ein Blick zurück an die Ursprünge des Warenhauses zu einem besseren Verständnis des steten Wandels führen.
Das „Nouveau Paris“ in der Grand-rue Foto: Rolph
Die Trennung zwischen Handwerk und Warenhaus ist eng mit der industriellen Revolution verknüpft. Die Industrie stellt einheitliche Massenwaren her, besonders um zwei Grundbedürfnisse zu regeln: Konfektion und Eisenwaren für handwerkliche und landwirtschaftliche Geräte. Die Massenproduktion richtet sich an die breiten Bevölkerungsschichten, welche im städtischen Raum wohnen. Sie tragen alle die gleichen Kleidungstypen: Berufskleidung, Freizeitkleidung, Festkleidung. Die einheitliche Massenherstellung ermöglicht es, feste Verkaufspreise im Voraus zu bestimmen. Dies fördert Markt- und Preisstrategien, um stets eine Kundschaft zu gewinnen und Kunden zu binden. Feste Verkaufspreise schaffen soziale Gerechtigkeit, denn sie sind für jeden Kunden der gleiche. Es entsteht ein neuer Beruf, der des Geschäftsunternehmers. Der Anschluss Luxemburgs an die Eisenbahn fördert diese Unternehmen, deren Verkaufsstelle und Lagerhaus räumlich getrennt sein können.