Handwerk
Ticken gegen den Trend: Warum mechanische Uhren durch geübte Handgriffe repariert statt ersetzt werden
In einer auf Schnelligkeit ausgelegten Konsumwelt repariert Georges Jungblut mechanische Uhren, die oft seit Jahren stillstehen. In seinem Atelier widmet er sich historischen Zeitmessern, deren Instandsetzung viel Geduld und Fachwissen verlangt – ein Handwerk, das heute nur noch wenige beherrschen.
Blick in das komplexe Innenleben einer Präzisionspendeluhr im Atelier von Georges Jungblut in der rue de la Boucherie Foto: Deborah Rimi
Wer vom Knuedler in die rue de la Boucherie abbiegt, lässt den städtischen Trubel hinter sich. Nur wenige Schritte vom großherzoglichen Palast entfernt liegt das Atelier von Georges Jungblut. Im Untergeschoss dominieren kompakte Werktische, Lupen und die Drehbank als zentrales Werkzeug für feine Mechanik. Im Gespräch mit dem Tageblatt beschreibt der Uhrmachermeister seinen Arbeitsalltag, die technischen Herausforderungen bei der Restaurierung und die strukturellen Hürden des Berufs.