Theaterstück „Hot Flashes“
„Stummes Leiden ist keine Option“: Tammy Reichling bringt die Perimenopause an die Bar
Mit „Hot Flashes Sessions“ macht Tammy Reichling die Perimenopause zur Performance. In einer Weinbar verbindet sie autobiografisches Theater, Humor und DJ-Set – und stellt eine unbequeme Frage: Warum sollen Frauen einen tiefgreifenden Umbruch möglichst geräuschlos bewältigen?
Präsentiert nächste Woche ihre Performance zur Perimenopause: die Theaterkünstlerin Tammy Reichling Collage: Tageblatt / Foto: Véronique Kolber
Tammy Reichling steht beim Bäcker, als ihr Körper für einige Minuten die Regie übernimmt. Die Hitze steigt ihr zu Kopf, der Schweiß läuft über Stirn und Nacken, plötzlich weiß sie nicht mehr, ob sie bereits bezahlt hat oder nicht. „Ich dachte, ich hätte eine Panikattacke“, erzählt sie. Reichling ist damals 43 Jahre alt. Sie spricht die ältere Frau hinter sich in der Schlange an: Vielleicht sei das bereits die Menopause. „Dafür sind Sie doch viel zu jung“, bekommt sie als Antwort. Draußen kommen ihr die Tränen – weil sie genau weiß, dass dieser Satz nicht stimmt. „Ich bin nicht zu jung. Irgendetwas beginnt hier gerade.“