Film
Stille Wasser gründen tief
Der neue Film von Todd Haynes erzählt die wahre Geschichte des Anwalts Robert Bilott, der quasi im Alleingang den Kampf gegen den übermächtigen Chemiekonzern DuPont aufnahm und eine Reihe von Gesundheitsskandalen aufdeckte. Am Ende dieses Windmühlenkampfes, im Zentrum dessen das starke Schauspiel von Mark Ruffalo und eine behutsame, wenn auch klassische Regie steht, wird der Zuschauer seine Teflonpfannen entsorgen.
Phil Donnelly (Victor Garber) ist der DuPont-Chef, gegen dessen Konzern Anwalt Rob Bilott (Mark Ruffalo) ermittelt © 2019 Focus Features & Storuyteller Distribution Co.
Nach einer freund- und freudlosen, von ständigen Umzügen markierten Kindheit landet Rob Bilott (Mark Ruffalo) in einer bekannten New Yorker Anwaltskanzlei. Einen Namen als Anwalt macht er sich mit der Verteidigung großer Chemiekonzerne. Als der mürrische Viehzüchter Will Tennant (Bill Camp) mit einer Kiste Videokassetten in dem feschen Gebäude der Kanzlei aufkreuzt und Bilott dazu auffordert, ihm zu helfen, den Chemiekonzern DuPont zu verklagen, wird er mit der Anmerkung, er habe sich sicherlich in der Kanzlei geirrt, diskret hinausbegleitet. Weil Tennant aber Bilotts Großmutter kannte, revidiert der Anwalt trotz Interessenskonflikt – in der Vergangenheit hat er selbst DuPont verteidigt – seine Meinung und entscheidet sich, zu Beginn mehr aus Mitleid und Pflichtbewusstsein, dem Züchter zu helfen. Schnell entdeckt er allerdings, dass Tennants Wut und Besorgnis nicht unbegründet sind: Das Vieh des Farmers siecht langsam dahin. Schuld daran ist laut Tennant das verseuchte Wasser – der Farmer hegt den Verdacht, dass die örtliche Werksanlage von DuPont ihre Chemikalien ins Wasser kippt.