89 Feuerwehr-Einsätze
Starkregen bringt Luxemburg-Stadt unter Wasser
Der Starkregen versetzte Luxemburg in einen Ausnahmezustand. Wie sich die Regenfälle auf die Hauptstadt auswirkten, darüber berichteten die Verantwortlichen am Dienstagnachmittag.
Im Val de Hamm in Luxemburg-Cents kam es zu massiven Überschwemmungen und großen Schäden Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Am Dienstagnachmittag organisierte die Stadt Luxemburg einen „Point presse“, um über die Auswirkungen der heftigen Regenfälle in der Hauptstadt zu informieren. Bürgermeisterin Lydie Polfer (DP) teilte mit, dass das „Corps grand-ducal d’incendie et de secours“ (CGDIS) zwischen Montagabend und Dienstagmorgen 89 Interventionen verzeichnete, davon 79 im Zusammenhang mit Wasserschäden und zehn wegen umgestürzter Bäume.
Laut den Daten der Gemeinde erreichte die Alzette im Stadtteil Grund etwa 2,77 Meter – deutlich unter dem Höchststand von 4,40 Metern während der Überschwemmungen im Juli 2021. Dennoch kam es in verschiedenen Stadtteilen zu Problemen: Keller und Garagen liefen voll, Straßen wurden unpassierbar oder hielten dem Druck nicht stand. Besonders betroffen waren bekannte Gefahrenzonen wie Eich, Beggen und Mühlenbach, aber auch Gebiete, die Polfer zufolge „bisher kaum auffällig waren, etwa die Stadtteile Cents und Limpertsberg“. Weniger Zwischenfälle habe es im Grund gegeben, was zum Teil der Renaturierung der Petruss zu verdanken sei.
Überforderte Schutzanlagen
Die Stadt aktivierte am Montagnachmittag ihre Krisenzelle, in der rund 40 Personen aus unterschiedlichen kommunalen Diensten zusammenarbeiten. Bereits im Vorfeld hatte MeteoLux auf mögliche Starkregenereignisse hingewiesen. Im Einsatz waren u.a. der „Service canalisation“, die Straßen- und Reinigungsdienste sowie die Verkehrsüberwachung.
Polfer verwies auf umfangreiche Vorbereitungen seit den Ereignissen von 2021. Dazu gehören ein Hochwasserschutz- sowie ein Schlamm- und Lawinenplan, 47 bestehende Auffangbecken (weitere sind in Planung) sowie Informationskampagnen für Anwohner in Risikogebieten. Trotz dieser Maßnahmen zeigen die aktuellen Ereignisse, dass einzelne Schutzanlagen an ihre Grenzen stoßen können. Eine genaue Schadensbilanz liegt derzeit noch nicht vor. (salut)