Riesenbibel aus Echternach

Spendenkampagne bringt mehr als 83.000 Euro für Konservierung und Forschung 

Die Nationalbibliothek hat für 4,6 Millionen Euro eine riesige Bibel aus dem 11. Jahrhundert erworben. Eine Spendenkampagne soll die Finanzierung unterstützen. Bisher sind dafür mehr als 83.000 Euro zusammengekommen. 

Die Riesenbibel ist eines der seltensten Manuskripte, das die BNL erworben hat

Die Riesenbibel ist eines der seltensten Manuskripte, das die BNL erworben hat Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Die Nationalbibliothek Luxemburg (BNL) hat im Jahr 2024 einen Spendenaufruf gestartet, um die Anschaffung einer riesigen Bibel aus dem 11. Jahrhundert zu finanzieren. Kostenpunkt: 4,6 Millionen Euro. Das illustrierte Manuskript enthält sowohl das Alte als auch das Neue Testament – das letzte Exemplar dieser Art, das sich noch in Privatbesitz befand.

Das 440 Seiten starke und 25 Kilogramm schwere Buch entstammt einer Zusammenarbeit mit dem Skriptorium der Echternacher Abtei. Für seine Herstellung wurden die Häute von 220 Kühen benötigt. Bis zu zehn Personen arbeiteten zwischen einem und fünf Jahren an einem solchen Manuskript. Trotz seines guten Erhaltungszustands weist das Werk jedoch auch Mängel auf. So fehlen zum Beispiel die ersten und letzten Seiten, wodurch wichtige Angaben verloren gingen.

Kulturelles Erbe stärken

Aufgrund der Spendenkampagne konnten bisher insgesamt 83.464,54 Euro (Stand 6. März 2025) von 464 Spendern gesammelt werden. Das antwortet Kulturminister Eric Thill (DP) am Freitag auf Nachfrage der CSV-Abgeordneten Nathalie Morgenthaler. Die Summe setze sich aus 58.159,54  Euro von Privatpersonen und 25.305  Euro von Unternehmen, Vereinen und Gemeinden zusammen.

 

  Foto: BNL

Weil das Geld für die Anschaffung der Bibel damals vom Kulturministerium bereitgestellt wurde und das Buch sich somit bereits im Besitz der BNL befindet, stellte Morgenthaler zudem die Frage, wofür genau die gesammelten Spendengelder eingesetzt werden sollen. „Wie zu Beginn der Kampagne von der BNL angekündigt und betont wurde, fließt das Geld sowohl in Maßnahmen zur Konservierung als auch in die Forschung“, schreibt Thill. Ziel sei es, das Dokument außerhalb der BNL „unter konservatorisch und sicherheitstechnisch geeigneten Bedingungen“ zu präsentieren und externe Forschungsprojekte dazu zu ermöglichen.

Die Kampagne solle darüber hinaus das öffentliche Bewusstsein für das kulturelle Erbe stärken und über den Ankauf sowie die historische Bedeutung des Echternacher Manuskripts informieren. „So soll auch das Bewusstsein für Erinnerungskultur und Kulturgut geschärft werden.“

Mitentscheidend beim Kauf der Riesenbibel war wohl ein unglücklicher Präzedenzfall aus dem Jahr 1954. Damals verpasste Luxemburg den Kauf des Codex Aureus – ein Evangeliar, das direkt aus der Abtei von Echternach stammt. Das Land wollte nicht die zwölf Millionen Franken dafür aufbringen. Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg erwarb das Buch und machte es seitdem zu einem Prunkstück.

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