E Bléck duerch d’Lëns

„Sehen und nicht gesehen werden“

Der 31. August ist ein Schlüsselmoment in der luxemburgischen Erinnerungskultur an die deutsche Besatzungszeit. Jährlich finden zahlreiche Gedenkfeiern an diesem Tag statt. In Esch spielte Ernestine Reitz eine entscheidende Rolle im Widerstand und nahm aktiv am Streik teil. Dennoch bleibt ihre bedeutende Stellung über Jahrzehnte hinweg unbeachtet.

Vier Tage nach der Befreiung wird dieses Foto vor dem Ausgang „Bunker Eisekaul“ aufgenommen, darunter Ernie Reitz (zweite von links) und ihre Schwester Marie Maintz-Reitz (zweite von rechts), 1944

Vier Tage nach der Befreiung wird dieses Foto vor dem Ausgang „Bunker Eisekaul“ aufgenommen, darunter Ernie Reitz (zweite von links) und ihre Schwester Marie Maintz-Reitz (zweite von rechts), 1944 Foto: MNRDH

Die am 23.10.1905 in Esch geborene Ernestine, „Ernie“ Reitz führt zusammen mit ihrer Schwester Marie ein Haushalts- und Spielwarengeschäft in der avenue de la Gare. Nach der Besetzung durch die Nationalsozialisten treten beide der Widerstandsbewegung LRL, dem Lëtzebuerger Roude Léiw, bei. Ihr Geschäft wird durch den Durchgang der Kunden zu einem unauffälligen Treffpunkt des Widerstands. Die Schwestern organisieren von hier aus u.a. die Verpflegung französischer Kriegsgefangener und nutzen die Netzwerke des LRL, um Geflüchtete zu verstecken, sowie Unterkünfte und Fluchtwege zu arrangieren.

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