„En Duerf erlieft zwee Weltkricher“

Schieren im Ersten und Zweiten Weltkrieg: ein 1.000 Seiten starkes Zeitdokument

Ein 1.000 Seiten starkes Buch erzählt, wie Schieren die beiden Weltkriege erlebte. Autor Mil Goerens hat dafür zahlreiche Gespräche geführt und seit 2001 in Archiven recherchiert. Das kürzlich vorgestellte Werk enthält bislang unveröffentlichte Dokumente, die auch über die Geschichte des Dorfes hinaus von Interesse sind.

V.l.n.r.: André Bauler, Jean-Paul Schaaf, Charles Goerens, Mil Goerens, Eric Thill und Jean-Paul Zeimes

V.l.n.r.: André Bauler, Jean-Paul Schaaf, Charles Goerens, Mil Goerens, Eric Thill und Jean-Paul Zeimes Foto: Jean-Marie Backes

Wie kam es zu dem Buch über Schieren in den beiden Weltkriegen? Mil Goerens erzählt, er sei vor sechs oder sieben Jahren beim damaligen Gemeindesekretär gewesen. Der habe ihn gefragt, worüber er als Autor noch schreiben wolle. Goerens antwortete, ihn interessiere die Geschichte Schierens während der beiden Weltkriege.

Daraufhin überreichte ihm der Sekretär ein handgeschriebenes Buch des Lehrers Antoine Bourkel. Darin hatte Bourkel vom ersten Kriegstag an täglich festgehalten, was in Schieren geschah: die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus dem Süden Luxemburgs, die Ernennung von Gauleiter Simon, die Gründung der VdB und die Zwangsrekrutierung der „Schierener Leit“, deren Namen und Eintrittsdaten er notierte. Seine Aufzeichnungen reichen bis zur Befreiung 1945. Bourkel stammte nicht aus Schieren, unterrichtete aber dort. Mit seinem Buch hinterließ er ein lokales Dokument von unschätzbarem Wert.

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