Im Kino
„Rose“ oder der Kampf um Freiheit und Identität in strengem Dorfmilieu
In „Rose“ erzählt Regisseur Markus Schleinzer von einer Frau, die sich im 17. Jahrhundert als Mann ausgibt, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Sandra Hüller verleiht dieser Existenz unter falschem Namen eine körperliche Spannung, die der strengen Inszenierung ihre emotionale Dringlichkeit gibt.
Sandra Hüller gibt in „Rose“ den herrischen Mann, der seine Stellung in einer patriarchalen Gesellschaft ausnutzt Copyright: Schubert, ROW Pictures, Walker+Worm Film & Gerald Kerkletz, Quelle: imdb.com
Ein vernarbtes Gesicht, ein breitkrempiger Hut, wenige Worte: Rose (Sandra Hüller) kommt in ein protestantisches Dorf und beansprucht einen verlassenen Hof, dessen Erbe sie zu sein vorgibt. Mit Papieren, Fleiß und Gottesfurcht besänftigt sie das Misstrauen der Bewohner. Rose hat als Soldat gelebt, nun will sie Land bewirtschaften, Besitz erwerben, über die eigene Existenz verfügen.
Dass sich hinter dem vermeintlichen Heimkehrer eine Frau verbirgt, gibt eine Erzählerin früh bekannt. Schleinzer entzieht seiner Geschichte damit die Möglichkeit eines Verkleidungsspiels. Die Aufmerksamkeit gilt einer gesellschaftlichen Ordnung, die ihre Vorstellung von Männlichkeit in Besitz, Autorität und einer bestimmten körperlichen Erscheinung bestätigt findet.