Steinsel

Rolle rückwärts: Gemeinde kauft Grundstück am Kirchenplatz zurück

Ein „ominöses Loch“ beschäftigt Steinsel. Die Kommune kauft eine Parzelle nahe der Kirche zurück. Über die Zukunft der place Michel Rodange sollen die Einwohner mitentscheiden.

Ominöses Loch auf Baustelle mit geplanten Wohneinheiten im Hintergrund, Bauprojekt und Wohnungsbau Thema

Das „ominöse Loch“ und die ursprünglich geplanten Wohneinheiten Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Die Gemeinde Steinsel kauft für 2.780.827 Euro eine Parzelle an der place Michel Rodange zurück. Das gab Bürgermeisterin Manon Kolber (LSAP) am Freitag in der Gemeinderatssitzung bekannt. Der Rat stimmte bei einer Gegenstimme zu und vollzieht damit eine Rolle rückwärts. Denn: Vor fünf Jahren hatte die Kommune das Grundstück unter dem damaligen Bürgermeister Jean-Pierre Klein (LSAP) für rund 1,6 Millionen Euro an die Gesellschaft „Äerdbier S.A.“ verkauft.

Die deutlich höheren Kosten für den Rückkauf erklärte Kolber mit Ausgaben der Baufirma, die im Zuge bereits durchgeführter Arbeiten entstanden seien.

Die Gesellschaft „Äerdbier“ ließ das alte Pfarrhaus abreißen. Doch ihre Pläne scheiterten. Zurück blieb eine Baustelle, die Bürgermeisterin Manon Kolber als „unser ominöses Loch“ bezeichnet. Gleich daneben sind schon erste der eigentlich geplanten Wohneinheiten entstanden.

Aus der ursprünglichen Idee, ein Hotel zu errichten, wurde nichts. „Es war niemand bereit, dort ein Hotel zu bauen“, sagte Kolber. Stattdessen rückte ein Wohnprojekt in den Fokus. Doch auch dieser Ansatz zerschlug sich. Das Vorhaben sei zu groß geworden, zudem habe es Widerstand aus der Nachbarschaft gegeben. „Am Ende wollte die Firma 36 Einheiten errichten.“ Damit sei der Gemeinderat nicht mehr einverstanden gewesen. „Das war nicht das Projekt für die Zukunft des Dorfkerns.“ Konsequenz: der Rückkauf der Parzelle.

Bürger sollen mitentscheiden

Differenzen zwischen Baufirma und Kommune hätten dazu geführt, dass der Kontakt zwischen den beiden Seiten abriss. Gemeinderat Jacques Lanners habe daraufhin zwischen den Parteien vermittelt, um Verhandlungen über ein Ende des Projekts zu ermöglichen. „Er hat nichts verhandelt, nur den Kontakt wieder hergestellt“, sagte die Bürgermeisterin auf Nachfrage von Gemeinderätin Liz Paulus („déi gréng“). Weil Lanners selbst am Projekt beteiligt war, wie Reporter.lu aufgedeckt hatte, wurden Vorwürfe eines Interessenkonflikts laut.

„Wir sind froh, dass wir jetzt etwas bauen können, das dem Interesse Steinsels entspricht, anstatt eines Pseudoplattenbaus auf dem Kirchenplatz“, so Kolber.

Wie es konkret weitergeht, ist jedoch offen. In derselben Gemeinderatssitzung kündigte Kolber für den 11. Mai eine Bürgerversammlung zur künftigen Gestaltung des Ortskerns an.

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