Theater
Risikoberuf Künstler: In sechs Stationen durch die Welt der Seuchen
In einer nächtlichen Führung durch den kleinsten Ort Luxemburgs kreuzen sich ein Quacksalber, der Corona-Heilpillen verkauft, ein verschmähter Neubrasilianer, ein Gelegenheitstotengräber, eine Lehrerin und eine Gänsemagd: Die neue Produktion der interdisziplinären Künstlertruppe „kopla bunz“ setzt sich in Schauspiel, Tanz und Gesang mit dem Thema Seuchen auseinander, schlägt die Brücke zur heutigen Situation und zeigt im historischen Vergleich, wie sehr wir Seuchen und Krankheit aus unserer Wohlstandsgesellschaft verstoßen haben. Wir haben uns mit den Projektleitern unterhalten.
Benoît Martiny führt eine Büßerprozession an Foto: Caroline Roemen
„Ich hätte nie gedacht, dass Singen mal zum Risikoberuf wird.“ Für Großteile seines Auftritts als Quacksalber in Rindschleiden wird Musiker und Konzeptleiter Jean Bermes eine Maske tragen. Das ist nicht nur unbequem, sondern hat auch einen konkreten Einfluss auf die künstlerische Performance: Das Textverständnis wird zur Herausforderung, die Mimik geht größtenteils flöten, sodass der Sänger versuchen muss, seine Ausdrucksfähigkeit auf Augen und Körper zu verlagern.