Visit Moselle 2026
Önotourismus, mehr als nur Weinprobe
Bei der Jahresversammlung des ORT Visit Moselle ging es natürlich um den Rückblick auf das vergangene Jahr, vor allem aber um die künftige Ausrichtung. Das große Stichwort dabei: Önotourismus.
Mit dem Önotourismus soll die Mosel in all ihren Facetten erlebbar werden Foto: Editpress/Guido Romaschewsky
Das ORT Visit Moselle hat sich 2025 neu aufgestellt. Neue Leute sind hinzugestoßen. Aufgaben wurden umorganisiert. Neue Geschäftsführerin ist Nina Maas. Bei der Jahresversammlung am Dienstag wurde deutlich, welche Schwerpunkte sie und ihr Team in diesem Jahr setzen wollen: Die Moselregion soll noch stärker über Wein, Kulturlandschaft und grenzüberschreitende Angebote positioniert werden.
Ein zentrales Projekt ist dabei „Via Mosel“. Wie am Dienstagabend bei der Versammlung in Flaxweiler betont wurde, soll die Zusammenarbeit zwischen Luxemburg, Frankreich und Deutschland in den Bereichen Wein, Weinkultur und Architektur weiter vertieft und sichtbarer gemacht werden. Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte, hat dazu am 18. und 19. April Gelegenheit: Dann lädt „Via Mosel“ zu Tagen der offenen Tür ein – mit allem Drum und Dran, wie es sich an der Mosel gehört.
Das Projekt gilt als erstes grenzüberschreitendes weintouristisches Angebot entlang des Flusses. Es verbindet ausgewählte Weingüter und Weinorte in Frankreich, Luxemburg und Deutschland und rückt neben dem Wein auch Natur, Architektur und Gastronomie in den Mittelpunkt. Die Route reicht von Toul in Lothringen über Luxemburg bis nach Koblenz. Getragen wird das Programm inzwischen von Weingütern, Weinorten und regionalen Partnern aus den drei Ländern.
Mehr als Aussicht
Wichtig für die künftige Arbeit des ORT ist und bleibt der „Plan d’action oenotourisme“, der bei den Plänen für 2026 an erster Stelle steht. Dahinter steckt ein klares Ziel: Touristen sollen über Wein, Architektur und Landschaft für die Region begeistert und zugleich dazu bewogen werden, länger an der Mosel zu verweilen.
Geplant sind dazu mehrere konkrete Projekte. Genannt wurden „Wine and Hike“, ein besonderes Weinprojekt mit der Gemeinde Schengen, zu dem bislang, leider, noch keine näheren Details genannt wurden, der Musel-Bike-Trail, spezielle Fortbildungen für Guides zu Natur und Weinbau, das Musel-Wënzer-Picnic sowie eine Genusswanderung im Dreiländereck.
Zum Ausbau des Önotourismus dürfte aus Sicht der ORT-Verantwortlichen auch weiterhin das Weinerlebniszentrum in Ehnen stehen. Das geplante Ensemble aus Weinhaus und Weinmuseum könnte vielleicht noch in diesem Jahr öffnen, hieß es vor einigen Wochen in einer Tageblatt-Reportage. Ob es tatsächlich dazu kommt, bleibt allerdings abzuwarten.
Neuorganisation
Gegen Ende der Versammlung wurde es auch institutionell. Präsident Gilles Estgen deutete an, dass es beim ORT Visit Moselle unter Umständen zu einer Neuorganisation kommen könnte. Ähnlich wie bereits im Norden des Landes wird demnach auch an der Mosel darüber nachgedacht, einzelne administrative Aufgaben an Luxembourg for Tourism (LFT) abzugeben.
Sollten dafür die Bedingungen stimmen, könnte dies laut Estgen zu einer besseren Arbeitsteilung und zu mehr Effizienz vor Ort im Interesse der Moselregion und ihrer Besucher führen. Noch sei nichts entschieden. Falls es jedoch zu einer entsprechenden Reform kommt, dürfte gegen Ende des Jahres eine außerordentliche Generalversammlung nötig werden, um die Weichen für 2027 neu zu stellen und gegebenenfalls auch die Statuten anzupassen.
Reform ORT/LFT

Gilles Estgen Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Beim ORT Visit Moselle wird über eine Neuorganisation nachgedacht. Einzelne administrative Aufgaben könnten an Luxembourg for Tourism (LFT) abgegeben werden, etwa die Lohnverwaltung oder die Personalrekrutierung. Präsident Gilles Estgen betonte jedoch, dass das ORT autonom bleiben und weiter in Bech-Kleinmacher angesiedelt sein soll. Noch sei nichts entschieden, so Estgen.