Nationaler Bildungsbericht

OGBL kritisiert negative Darstellung des „Enseignement général“

Der OGBL kritisiert die Ergebnisse des nationalen Bildungsberichts. Das „Enseignement général“ werde ungerechtfertigt abgewertet, während die Europaschulen bevorzugt würden.

Keine guten Noten gibt es von OGBL-Seite

Keine guten Noten gibt es von OGBL-Seite Foto: Editpress/Didier Sylvestre

Der OGBL kritisiert in einer Pressemitteilung vom Dienstag die Darstellung des „Enseignement général“ (ESG) im nationalen Bildungsbericht. Dieser werde von den Forschern „stark abgewertet gegenüber den öffentlichen Europaschulen“ (EPS). Das ESG sei besser, als im Bericht dargestellt.

Grundlage der Resultate seien die „épreuves générales“, die auf 7e und 5e durchgeführt werden, und es würde dabei nur das Fach Mathematik in Betracht gezogen werden. „Hier wurde unseres Erachtens nach sehr undifferenziert vorgegangen“, schreibt die Gewerkschaft. Der nationale Bildungsbericht gehe zum Beispiel nicht auf die Mathematikkompetenzen der ESG-Schüler von 4e bis 1re ein – gerade hier ist Mathe in vielen Sektionen jedoch ein Hauptfach.

Zudem sei es „durch eine komplett missglückte Reform des unteren Zyklus des Sekundarunterrichts in den unteren Klassen des ESG (5e bis 7e) bei den schwächeren Schülern zu einem enormen Leistungsabfall in den Hauptfächern gekommen“, schreibt der OGBL. Die Reform erlaube es, sogar mit gravierend ungenügenden Noten von 7e bis 5e durchzukommen.

Der nationale Bildungsbericht hebe außerdem hervor, dass die Schüler der Europaschulen im Durchschnitt einen höheren sozioökonomischen Status aufweisen. Das Argument, dass öffentliche Europaschulen zur Reduzierung von Bildungsungerechtigkeiten beitragen könnten, sei daher fraglich. Denn: Schüler mit sozioökonomisch höherem Status hätten generell höhere Bildungschancen.

Auf die Sprachkompetenzen der Schüler gehe der Bildungsbericht nicht ein. Das nationale Schulsystem sei in diesem Kontext jedoch besser auf die sprachlichen Anforderungen des Arbeitsmarktes ausgerichtet und biete den Schülern viele Ausbildungsmöglichkeiten. Die EPS seien hingegen auf eine spätere akademische Laufbahn ausgerichtet und könnten den Schülern „durch die Festlegung ihrer Sprachwahl, ohne Berücksichtigung der Realität der Luxemburger Berufsausbildung und vieler Bereiche des Luxemburger Arbeitsmarkts“ den Zugang zur nationalen Berufswelt erschweren.

Die Schaffung von immer mehr öffentlichen Europaschulen kann laut OGBL nicht die alleinige Lösung zur Beseitigung von Bildungsungerechtigkeit sein und das Bildungsministerium solle das nationale Schulsystem nicht vernachlässigen.

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