Flashback

„Nuit et Brouillard“ – Alain Resnais und die Dialektik der Verdrängung

Das Tageblatt präsentiert in loser Serie Meisterwerke der Filmgeschichte, die 2026 ein Jubiläum haben – dieses Mal „Nuit et Brouillard“ von Alain Resnais. Der 32-minütige Dokumentarfilm über die Konzentrationslager hat eine zeitlos gültige Botschaft und stellt Fragen nach kollektiver Schuld.

Auschwitz-Birkenau in „Nuit et Brouillard“ (Nacht und Nebel)

Auschwitz-Birkenau in „Nuit et Brouillard“ (Nacht und Nebel) Foto: IMDb

Die Dokumentation menschlicher Unmenschlichkeit sei so alt wie die Geschichte selbst, heißt es. Der aus der Bretagne stammende Regisseur Alain Resnais beschloss, die Nazigräueltaten in einem Dokumentarfilm festzuhalten. Bis dahin war der 33-Jährige zunächst als Cutter tätig und hatte Kunstfilme wie „Van Gogh“, „Gauguin“ und „Guernica“ gedreht. Mit Chris Marker zusammen hatte er an „Les Statues meurent aussi“ (1953) gearbeitet, einer antikolonialistischen Studie über den Verfall afrikanischer Kunst. Schon hier ging es ihm um das Erinnern.

Der französische Schriftsteller Jean Cayrol, der als Mitglied der Résistance in ein deutsches Konzentrationslager deportiert worden war, hatte in „Poèmes de la nuit et du brouillard“ seine Zeit im Widerstand wie auch KZ verarbeitet. Auf der Grundlage dieser Gedichte, die von Paul Celan auf Deutsch übersetzt wurden, entstand „Nuit et Brouillard“, den Resnais zusammen mit Cayrol – auf Initiative der Historiker Henri Michel und Olga Wormser hin und von Anatole Dauman produziert – drehte. Die Filmmusik stammt von dem Komponisten Hanns Eisler, der auch die Musik zur DDR-Nationalhymne geschaffen hatte.

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