4,7 Kilometer Erinnerung

Neuer Resistenzweg in Rümelingen wird am 21. April eingeweiht

Am 21. April wird der Resistenzweg offiziell in Präsenz von Minister Eric Thill eingeweiht. Das Tageblatt unterhielt sich mit Bürgermeister Henri Haine über Ziel und Zweck dieses 4,7 Kilometer langen Rundwegs durch Rümelingen.

Luca Ivesic und Bürgermeister Henri Haine sprechen vor der Gedenktafel im Rathaus beim Tageblatt-Interview

Die beiden Gesprächspartner des Tageblatt, Luca Ivesic und Bürgermeister Henri Haine, vor der Gedenktafel im Rathaus Foto: Pierre Schreiner

Bürgermeister Henri Haine erklärte im Beisein von Luca Ivesic, Mitverantwortlicher für die Gestaltung des Gedenkwegs, dass die Idee zu diesem Projekt schon vor rund zehn Jahren entstand und jetzt endlich mit verschiedenen Partnern umgesetzt werden konnte. Er betonte, dass die Stadt Rümelingen an allen Aspekten der Gestaltung, insbesondere in den Bereichen historische Recherchen und der Ausarbeitung des Konzepts und der Texte, mit einbezogen bzw. der Initiator war.

Ein wichtiger Partner war das nationale Resistenzmuseum in Esch. Durch eine Konvention mit dem Museum entstand eine sehr positive Zusammenarbeit und im gegenseitigen Austausch konnten Texte überarbeitet, das Layout der verschiedenen Informationstafeln des Wegs erstellt und Fotomaterial zusammengetragen werden.

Erinnerungskultur bewahren

Haine sieht ein Hauptziel des Gedenkwegs darin, eine Erinnerungskultur zu erhalten und zu fördern, und dies insbesondere bei jüngeren Menschen, die heute in einer Welt aufwachsen, in der Rechtsextremisten und -populisten mit den gleichen Floskeln wie einst die Nazis versuchen, immer mehr Macht zu erlangen. Es ist wichtig, aufzuzeigen, welches Leid dieses braune Gedankengut im Zweiten Weltkrieg mit sich brachte, welche menschlichen Schicksale mit der deutschen Besatzung eng verbunden waren. Auch wenn der Gedenkweg die Stadt Rümelingen, als wichtiger Standort der Resistenz, sowie verschiedene ihrer Einwohner näher beleuchtet, so wird immer der Zusammenhang mit der damaligen nationalen Widerstandsbewegung hergestellt.

12 Informationstafeln über lokale und persönliche Schicksale

Auf dem Rundweg, der über rund 4,7 Kilometer durch Rümelingen bis nach Tetingen führt, sind zwölf auf Cortenstahlträgern angebrachte Tafeln verteilt. Die Themen sind vielseitig und beinhalten zum Beispiel außer der Resistenz auch die Kollaboration, die Rolle der Frauen und die menschlichen Tragödien.

Der Startpunkt, mit einer Tafel bezüglich des Verstecks für luxemburgische Verfolgte in einer Eisenerzgrube, befindet sich neben dem Parkplatz des nationalen Eisenerzmuseums in Rümelingen. Da jede Tafel eine eigene Geschichte erzählt, kann der Rundgang aber an jedem beliebigen Punkt begonnen werden oder auch in mehreren Etappen zurückgelegt werden.

Die Erklärungen auf den Tafeln sind in Deutsch und Französisch. Mit Hilfe eines QR-Codes, der sich auf jeder Tafel befindet, kann man sich die Broschüre des Gedenkwegs mit Plan und eine Online-Version mit Audioguides in Deutsch, Französisch und Englisch hochladen. Das Design der Tafeln und der Broschüre wurde vom CIGL Rümelingen ausgearbeitet.

Eventreiche Woche anlässlich der offiziellen Einweihung

Die offizielle Einweihung wird vom 19. bis zum 23. April von einer Reihe Gratis-Veranstaltungen begleitet. Geführte Rundgänge, Filmvorführungen und eine Konferenz werden angeboten und können auf der Internetseite über den Link www.rumelange.lu/inauguratioun-resistenz-wee eingesehen werden. Da die Teilnehmerzahl für einige Veranstaltungen begrenzt ist, ist eine Anmeldung notwendig. Für alle weiteren Fragen kann das Gemeindesekretariat per E-Mail an secretariat@rumelange.lu oder telefonisch unter 563121-205 kontaktiert werden.

Eine mobile Ausstellung, bestehend aus Reproduktionen der zwölf Tafeln des Rundwegs, wird zur Einweihungszeremonie am 21. April im nationalen Eisenerzmuseum aufgestellt und kann anschließend im Rümelinger Rathaus, während dessen Öffnungszeiten, besichtigt werden.

Sollte eine Nachfrage bestehen, könnten in Zukunft geführte Rundgänge über den Resistenzweg angeboten werden; eine Möglichkeit, die auch für interessierte Schulklassen der oberen Zyklen besteht.

Neuer Resistenzweg in Rümelingen wird am 21. April eingeweiht
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Der Startpunkt liegt am Parkplatz des Eisenerzmuseums

© Foto: Pierre Schreiner

Neuer Resistenzweg in Rümelingen wird am 21. April eingeweiht
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Der Resistenzweg führt am „Monument aux morts“ vorbei

© Foto: Pierre Schreiner

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Das „Monument aux morts“ wurde vom Rümelinger Künstler Albert Hames geschaffen

© Foto: Pierre Schreiner

Neuer Resistenzweg in Rümelingen wird am 21. April eingeweiht
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Eine mobile Ausstellung ist Teil des Projekts

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Neuer Resistenzweg in Rümelingen wird am 21. April eingeweiht
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Für die Veranstaltungswoche vom 19. bis 23. April sind Anmeldungen erforderlich

© Foto: Pierre Schreiner

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