Vorrat für Atomkatastrophe

Neuer Resilienz-Leitfaden: Luxemburg empfiehlt Jodtabletten, informiert Gemeinden aber nicht

Die Regierung empfiehlt in einer neuen Krisenbroschüre, Jodtabletten für einen nuklearen Notfall bereitzuhalten. Mehrere Gemeinden wurden vorab nicht über den Hinweis informiert.

Die Regierung hat eine neue Checkliste für 72 Stunden Autonomie in Krisensituationen veröffentlicht

Die Regierung hat eine neue Checkliste für 72 Stunden Autonomie in Krisensituationen veröffentlicht Foto: Editpress/Leslie Schmit

Kriege, Krisen und Künstliche Intelligenz: Die Welt steht aktuell vor unsicheren Zeiten. Als Teil der nationalen Resilienzstrategie hat die Regierung in der vergangenen Woche einen Leitfaden mit Checkliste an alle Luxemburger Haushalte verteilt. Er soll dabei helfen, im Notfall 72 Stunden lang selbstständig zurechtzukommen. Neben Empfehlungen zu Lebensmitteln und wichtigen Kontakten rät der Leitfaden den Menschen, Jodtabletten für den Fall eines Atomunfalls bereitzuhalten. Diese könnten kostenlos bei den Gemeinden abgeholt werden.

Ein Tageblatt-Leser hat dies in Mersch versucht – und traf dort nicht auf die Reaktion, die er sich erwartet hatte. Auf die Jodtabletten angesprochen erklärte ihm eine Gemeindemitarbeiterin, nicht vom Ministerium über das Vorhaben informiert worden zu sein. Auch eine neue Ladung Jodtabletten sei der Gemeinde nicht geliefert worden. Die einzigen vorhandenen Tabletten seien Überbleibsel von der präventiven Verteilung im Jahr 2014. Herstellungsjahr: 2011. Angaben zum Verfallsdatum gibt es auf der Packung keine.

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