On- und offline
„Natürlich nimmt man das mit nach Hause“: Zwei Tierärzte über Beleidigungen und Shitstorms im Berufsalltag
Luxemburgs tiermedizinisches Fachpersonal sieht sich immer häufiger Beschimpfungen und Drohungen ausgesetzt – sowohl online als auch offline. In einzelnen Fällen wird es sogar handgreiflich. Eine Tierärztin und ein Tierarzt erzählen, wie sie das in ihrem Arbeitsalltag erleben und wie sie damit umgehen.
Verbale Entgleisungen von Tierhaltern gegenüber tiermedizinischem Fachpersonal gibt es laut dem Luxemburger Verband der Tierärzte (AMVL) immer häufiger, ebenso wie Posts in sozialen Medien, in denen über Klinik- oder Praxispersonal geschimpft wird Montage: Tageblatt, Foto: dpa
Es ist bereits dunkel im Nachtdienst vom 19. auf den 20. August 2023, als ein Katzenbesitzer um kurz nach Mitternacht in die Tierklinik in Bereldingen stürmt und eine der dort angestellten Tierärztinnen attackiert. Er packt sie am Hals und schleudert sie gegen die Wand, die Tiermedizinerin wird verletzt und steht danach erst mal unter Schock. Die Klinik, die eigentlich jeden Tag rund um die Uhr geöffnet hat, muss für einen Tag schließen. Es ist ein drastisches Beispiel, von dem Dr. Tom Conzemius von der Bereldinger Tierklinik erzählt. Dass es im Alltag der Veterinärmediziner Handgreiflichkeiten gibt, kommt selten vor – aber es passiert.