Kino
Mit offenen Augen träumen: James Cameron im Porträt (Teil 2)
James Cameron gilt als ein visionärer und bahnbrechender Regisseur der Gegenwart. Er schaut in seinen Filmen ebenso fasziniert wie kritisch auf den technologischen Fortschritt, den er in immerzu bildgewaltigen Zukunftsvisionen artikuliert. Der zweite Teil eines Porträts.
Herzensprojekt eines Visionärs: „Avatar“ und seine geplanten Fortsetzungen Foto: 20th Century Fox
James Cameron kann als einer der zentralen Blockbuster-Autoren unserer Zeit bezeichnet werden, neben Peter Jackson, Steven Spielberg und George Lucas steht er für spektakuläres, massenwirksames Kino, das technologisch bahnbrechend und kommerziell überaus erfolgreich ist. In „Titanic“ (1997), eines der erfolgreichsten und tricktechnisch einflussreichsten Werke des modernen Films, wendet sich Camerons Blick zurück in die Geschichte, um eine der bekanntesten technischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts zu erzählen – und gleichzeitig eine universale Parabel über menschliche Überheblichkeit. Das Schiff, einst Symbol für den Fortschrittsglauben und die industrielle Dominanz des Westens, wird bei ihm zur schwimmenden Metapher für die Illusion von Unverwundbarkeit. Die Titanic wird in seiner Inszenierung nicht nur als imposantes technisches Meisterwerk gezeigt, sondern als Monument menschlicher Selbstüberschätzung.