Alain spannt den Bogen

Mit hoffnungsvollen und friedlichen Klängen in die Sommerpause

Mit diesem zweitletzten „Back to live“-Konzert in der Philharmonie verabschiedete sich das „Orchestre philharmonique du Luxembourg“ nun in die Sommerpause, unwissend, wie es dann konkret im Herbst weitergehen wird. Auch dieses Konzert war bei stark reduzierter Publikumszahl wieder ausverkauft, trotzdem wurde auf höchstem musikalischen Niveau gespielt. Irgendwie fehlte zwar die richtige Stimmung, wahrscheinlich auch dadurch bedingt, dass man das emsige Treiben, das man vor einem Symphoniekonzert sonst in der Lobby beobachten kann, vermisste. Stattdessen herrschte dort gähnende Leere.

Mit hoffnungsvollen und friedlichen Klängen in die Sommerpause

Die Orchestermusiker jedenfalls schienen ohne Druck zu spielen, sodass sich diese ganze entspannte Atmosphäre sehr positiv auf das musikalische Geschehen auswirkte. Auf dem Programm standen dann auch zwei Werke, die wenig innere Aufregung vermittelten. Mit einer sehr schön ausmusizierten und romantischen Ouvertüre D 644 (Die Zauberharfe) von Franz Schubert starteten die Musiker dann in dieses knapp einstündige Konzert, bei dem es natürlich auch keine Pause gab. Gustavo Gimeno dirigierte diese Ouvertüre mit sehr viel Gefühl und Sinn für die feinen Strukturen von Schubert. Diese Ouvertüre ist übrigens nicht für das Schauspiel Rosamunde (1823) komponiert worden, sondern bereits drei Jahre vorher für das Melodram Die Zauberharfe (1820). Erst im Laufe der Zeit hat es sich eingebürgert, dieses Werk unrichtigerweise als Rosamunde-Ouvertüre zu bezeichnen. Das wegen des Sicherheitsabstands großzügig auf der gesamten Bühne verteilte Orchester entwickelte dann auch einen sehr offenen, transparenten und enorm räumlichen Klang, das der weichen und fließenden Melodik des Schubert-Stückes enorm entgegenkam.

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