Literatur

Mit „The Treasury of Tales“ verschenkt Robert Schofield erzählerisches Potenzial

Jacob und Wilhelm – so heißen die Hauptfiguren aus Robert Schofields Roman „The Treasury of Tales“. Märchenkennern dürften die Namen bekannt vorkommen: Sie lassen an die weltberühmten Brüder Jacob und Wilhelm Grimm denken, die als Geschichtensammler und Linguisten zu den Wegbereitern der modernen Germanistik gehören. Um Sprache und Erzählungen geht es demgemäß auch in Schofields Werk – doch der leicht verdauliche Roman hinterlässt letztlich keinen bleibenden Eindruck.

Mit seinem Roman „The Treasury of Tales“ war Robert Schofield einer der fünf Shortlist-Kandidaten des diesjährigen „Prix Servais“. Der Preis ging aber Ende April an Ulrike Bail für ihren Gedichtband „wie viele faden tief“.

Mit seinem Roman „The Treasury of Tales“ war Robert Schofield einer der fünf Shortlist-Kandidaten des diesjährigen „Prix Servais“. Der Preis ging aber Ende April an Ulrike Bail für ihren Gedichtband „wie viele faden tief“. Foto: Black Fountain Press

Der Roman „The Treasury of Tales“, der es auf die Shortlist des diesjährigen Servais-Preises schaffte, erzählt die Geschichte der Brüder Jacob und Wilhelm. Sie arbeiten zu Zeiten Napoleons am königlichen Hof in Kassel als Philologen. Wie das berühmte Geschwisterpaar Grimm, mit dem sie sich ihre Vornamen und Interessen teilen, setzen sie sich sowohl mit der deutschen Sprache und ihren regionalen Variationen als auch mit Märchen, Sagen und Legenden auseinander. Insofern erscheinen Jacob und Wilhelm, wie ihre reellen Vorbilder, als Sprachwissenschaftler und Volkskundler, die Pionierarbeit in Sachen Linguistik und Literaturgeschichte leisten. Die Handlung konzentriert sich jedoch nicht auf ihre Arbeit, sondern dreht sich um die Erlebnisse des jüngeren Bruders Wilhelm in Rabenheim, einer fiktiven Stadt weit weg von der Metropole des historischen Königreichs Westphalen. Dort soll der Gelehrte – ohne den Schutz und die Hilfe des erfahreneren Jacob – weitere Recherchen in der Bibliothek eines verlassenen Nonnenklosters betreiben.

Jetzt kostenlos testen: Ihr persönlicher 24-Stunden-Zugang

  • Zugang zu allen Online-Artikeln
  • E-Paper auf tageblatt.lu und in der App

Sie haben bereits ein Konto ? Melden Sie sich hier an.

Das könnte Sie auch interessieren

Musikalische Geselligkeit

Als eine Musikausbildung Frauen Türen öffnete

;