Ehleringen
„Mini-Autobahn“ schlägt wieder zu: Eine Lösung ist noch nicht in Sicht
Immer wieder kommt es in der rue de Mondercange in Ehleringen zu Unfällen. Das Tageblatt berichtete bereits Anfang Dezember. Seitdem ist wenig passiert. Nur gekracht hat es erneut. Der Stand der Dinge.
Es krachte mal wieder in der rue de Mondercange Foto: Privat
Autofahrer fahren gerne schnell in der rue de Mondercange in Ehleringen. Die Straße, die vom Ortseingang bis zur Grundschule führt, genießt im Ort den Ruf einer „Mini-Autobahn“. Bereits im vergangenen Dezember berichtete das Tageblatt, nachdem sich ein Leser mit seiner Geschichte gemeldet hatte: Raser hatten mehrere seiner Autos geschrottet und seine Katze überfahren. Die Gemeinde Sanem versprach damals Besserung – verwies jedoch darauf, dass die Straße in die Zuständigkeit des Staates falle. Daher könne die Kommune ohne Zustimmung der Straßenbauverwaltung alleine nichts ausrichten. Seither sind die Probleme die gleichen: Die Straße ist gerade und breit und begünstigt so schnelles Fahren. Ein weiterer Unfall ereignete sich nun am 7. April gegen 2 Uhr morgens. „Ein Autofahrer verlor die Kontrolle und kollidierte mit zwei geparkten Wagen, darunter meinem“, schreibt David Carmo, der in der Straße wohnt, dem Tageblatt in einer E-Mail.
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Was die Gemeinde plant
Die Kommune Sanem hat bereits Pläne, um die Situation zu entschärfen. Mit Parkplätzen, die links und rechts im Wechsel eingezeichnet sind, möchte die Gemeinde den Verkehr dazu bringen, langsamer zu fahren, sagte Mike Lorang (CSV), Verkehrsschöffe in Sanem, am Telefon. „Die Strecke ist gerade, wir wollen die Fahrer zwingen, Schlangenlinien zu fahren.“ Inseln vor den Parkplätzen sollen ebenfalls dazu beitragen.
Frust bei den Bürgern
„Es kracht oft, die Straße ist sehr unfallträchtig“, sagt Carmo am Telefon. Die Risiken seien schon lange bekannt. Den Unfall, bei dem sein Auto beschädigt wurde, bezeichnet er als Überraschung und Kirsche auf dem Kuchen. Seiner Meinung nach arbeite die Gemeinde nicht mit genug Nachdruck an der Genehmigung für bauliche Maßnahmen. Diese seien ein guter Anfang, aber noch nicht die perfekte Lösung. „Eine rote Ampel wäre ideal.“ Es gebe nicht genug Verkehrsampeln in Sanem. „Die Gemeindeverwaltung kommt immer mit der Geschichte, kein Fahrer würde bei Rot anhalten.“ Ein weiterer Wunsch von Carmo: ein Radar. Er gibt sich jedoch wenig optimistisch: „Es müssten leider zwei oder drei Menschen sterben, bevor ein Geschwindigkeitsmesser kommt.“ Vor gut einem Jahr wollte er mit seiner Tochter die Straße überqueren, als ein Fahrer mit überhöhter Geschwindigkeit über den Zebrastreifen fuhr. Ein Video davon hat Carmo dem Tageblatt zur Verfügung gestellt.
Mike Lorang beschrieb die geplanten Maßnahmen bereits im Dezember gegenüber dem Tageblatt. Doch passiert ist seither nichts. Die Gemeinde könne eigenständig wenig bewirken: „Wir brauchen deshalb eine Erlaubnis der Straßenbauverwaltung, um solche Maßnahmen umzusetzen.“ Diese „Permission de voirie“ sei bereits beantragt, aber noch nicht erteilt worden. „Wir haben bereits mehrfach nachgefragt und bleiben dran“, sagt Lorang. „Wir möchten die Situation in der Straße ändern.“

Auch vor der Schule gibt es wenige Hindernisse, die die Geschwindigkeit bremsen könnten Foto: Editpress-Archiv/Hervé Montaigu
Weitere Verzögerungen
Lorang hoffe, dass die Arbeiten bald beginnen können. „Falls wir die Genehmigung bis zum Monatsende hätten, könnten die Maßnahmen noch vor den Sommerferien umgesetzt sein.“ Die aktuelle Jahreszeit sei ideal für die Bauarbeiten. „Bei niedrigen Temperaturen können wir keine Markierungen einzeichnen, die Farbe hält dann nicht.“ Gleichzeitig äußert er Verständnis dafür, dass die Bürger vor Ort frustriert sind. Der Gemeinde seien jedoch ohne Zustimmung der Straßenbauverwaltung die Hände gebunden. „Ich verstehe die Menschen, aber sie müssen auch verstehen, dass nicht immer alles schnell umgesetzt werden kann.“
„Die Anfrage der Gemeinde erfolgte am 4. November 2025. Leider waren die Pläne damals nicht komplett“, schreibt die Pressestelle der „Ponts et chaussées“ auf Tageblatt-Anfrage. Die Kommune sei darüber am 17. Dezember informiert worden. Das komplette Dossier sei im Februar bei der Straßenbauverwaltung eingegangen. Lorang sagte auf Nachfrage, die „Ponts et chaussées“ hätten Verbesserungsvorschläge gemacht, was zur Verzögerung geführt hätte. Die Gemeinde habe im Februar einen überarbeiteten Antrag eingereicht. Im selben Monat sei ebenfalls ein Antrag auf eine Genehmigung erfolgt, um vor der Schule Berliner Kissen zu installieren. Einen genauen Zeitrahmen konnte der Pressesprecher der Straßenbauverwaltung jedoch nicht nennen. „Wir behandeln die Anträge chronologisch, sodass dieses Dossier demnächst an der Reihe sein sollte.“ Den Bewohnern der rue de Mondercange wäre das zu wünschen.