Theater
Manchmal bist du der Vogel, manchmal die Windschutzscheibe: „Daydreams“ im Kasemattentheater
Nach „Y/Z“, einem Stück über Generationskonflikte und die Perspektivlosigkeit junger Menschen, adaptiert Sara Goerres William Mastrosimones „Daydreams“ in einer Inszenierung, die trotz spannender Ansätze manchmal genauso ziellos wie ihre Figuren wirkt.
Die jungen Schauspieler Laura Trierweiler und Nicolas Lech in Sara Goerres’ Inszenierung von William Mastrosimones „Tagträumer“ Foto: Alex Carvalho
„Dreamers/They never learn/Beyond the point/Of no return/And it’s too late/The damage is done“, singt Radiohead-Sänger Thom Yorke im minimalistischen „Daydreaming“, der Leadsingle des bis dato letzten Radiohead-Albums „A Moon Shaped Pool“ – und umschreibt damit recht gut sowohl die Handlung als auch die Figuren von William Mastrosimones „Tagträumer“: Rose (Laura Trierweiler) lebt zurückgezogen in einer abgewrackten, quasi unmöblierten Bude, in der sogar der Kaktus eingegangen ist – bevor sie sich das Leben nahm, hatte die vorherige Mieterin die Fenster mit Brettern zugenagelt, ein skrupelloser Vermieter weigert sich, diese wieder zu entfernen – die sich hinter den Brettern verbergende Sicht auf einen Luftschacht wäre die Mühe eh kaum wert, meint Rose.